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Interviewer-Organisation und Feldarbeit

  • Elisabeth Noelle-Neumann
  • Thomas Petersen

Zusammenfassung

In den vorangegangenen Kapiteln ist schon oft von den Interviewern die Rede gewesen.1 Man kann die methodischen Grundsätze der Umfrageforschung nicht behandeln, ohne dabei ständig die Rolle der Interviewer zu umschreiben, ohne ihre Psychologie zu berücksichtigen, ihren Einfluß auf die Befragten und deren Antworten abzuwägen und die Verfahren aus der Notwendigkeit zu begründen, die Interviewer zu einheitlichem Verhalten zu veranlassen.

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Literatur

  1. 1.
    Z. B. S. 62: Interviewer und Befragte: die schwächsten Glieder in der Kette; S. 65: Radikale Trennung der Rolle von Forscher und Interviewer; S. 104: Nicht der Interviewer, der Fragebogen muß schlau sein; S. 127: Der taube Interviewer, oder im Kapitel “Der repräsentative Querschnitt die Behandlung des Zusammenhangs zwischen statistischem Auswahl-System und Interviewer-Psychologie (S. 272).Google Scholar
  2. 2.
    Formulierung Erp Ring.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe S. 65–75.Google Scholar
  4. 4.
    Interviewer-Instruktion des Instituts für Markt-und Verbrauchsforschung der Freien Universität Berlin.Google Scholar
  5. 5.
    muß der Interviewer wie ein völlig unpersönliches Sende-und Empfangsgerät wirken… Kellerer 1963, S. 28.Google Scholar
  6. 6.
    Otto Walter Haselhoff: Ein mehrdimensionales Testverfahren zur Messung und Prognose der Interviewer-Eignung. Vortrag auf dem ESOMAR/WAPOR-Kongreß in Baden-Baden 1961. Außerdem Mildred Parten: Surveys, Polls and Samples. New York 1950. Hyman 1954.Google Scholar
  7. 7.
    IfD-Preisausschreiben 1988.Google Scholar
  8. 8.
    Im ZAW-Rahmenschema für Werbeträger-Analysen, B. Auflage. Bonn 1994, wird als Ziel 70 Prozent Ausschöpfung von Adressen-Stichproben genannt. Dieser Zielwert ist allerdings spätestens seit Anfang der achtziger Jahre auch mit großem Aufwand (mehrmaliges Vorsprechen, unterstützende Telefonanrufe usw.) in der Praxis nicht mehr zu erreichen (siehe 5.267–268). Koch 1994. Institut für Demoskopie Allensbach: AWA ‘86. Bd. 4: Methode/Fragebogen, S. 19–22. Institut für Demoskopie Allensbach: AWA ‘87. Bd. 4: Methode/Fragebogen, S. 23–34, 274.Google Scholar
  9. 9.
    Über die Hälfte der Interviewer des Instituts für Demoskopie Allensbach ist berufstätig (siehe S. 336). Der Wochentag der Befragung wird vom Interviewer in den Fragebogen eingetragen. Durchschnittlich knapp ein Drittel aller Interviews findet danach an Wochenenden statt, an Sonnabenden deutlich mehr als an Sonntagen.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. S. 369–371 über das Fälscherproblem.Google Scholar
  11. 11.
    Der Begriff stammt aus der Wahrnehmungspsychologie. Vgl. den Aufsatz: Harry L. Smith, Herbert Hyman: The Biasing Effect of Interviewer Expectations an Survey Results. In: Public Opinion Quarterly 14, 1950, S. 491–506. Hier ist das erwähnte Experiment erstmals beschrieben worden. Der Mensch nimmt nicht alle Eindrücke auf, die er durch die Sinnesorgane vermittelt bekommt, sondern vorwiegend das, was seinen vorgefaßten Meinungen, Wünschen und bereits gewonnenen Vorstellungen entspricht ( selektive Wahrnehmung ). In dieser Weise allgemein gefaßt, ist der Begriff nicht nur für das Verständnis des Interviewer-Einflusses wichtig (s. S. 372–374), sondern für die empirische Sozialforschung überhaupt. Vgl. auch S. 479–480.Google Scholar
  12. 12.
    Über die Regeln für die Reihenfolge der Fragen in einem demoskopischen Interview siehe S. 120–122.Google Scholar
  13. 13.
    Die leidenschaftlichsten Kritiker der Umfrageforschung sind ehemalige Interviewer. Die Konzeption Trennung der Rolle von Forscher und Interviewer weist dem Interviewer eine psychologisch sehr schwierige Aufgabe zu, deren Spannung immer wieder zu erregten Ausbrüchen führt. Beispiele dafür sind die Streitschrift eines früheren Interviewers (A. Bauer 1961) und das Buch Meinungsmacher-Report des Interview-Fälschers Heiner Dorroch (Göttingen 1994 ). Siehe auch S. 369.Google Scholar
  14. 14.
    Auswahlsystem und Organisationsprinzipien werden hier anhand der vom Institut für Demoskopie Allensbach entwickelten Methoden beschrieben.Google Scholar
  15. 15.
    Die Bedeutung der.Probeinterviews. als Test für Interviewer-Bewerber wurde das erste Mal herausgehoben bei Parten 1950, S. 136.Google Scholar
  16. 16.
    Elisabeth Noelle-Neumann: Über den methodischen Fortschritt in der Umfrageforschung. Allensbach und Bonn 1962. Elisabeth Noelle-Neumann: The Case of a Centralized Interviewer Organization (Die zentral gesteuerte Interviewer-Organisation) — Vortrag auf dem ESOMAR-Kongreß in Evian, September 1962. Eine Gruppe von fünfzig Bewerbern wurde auf zwei unabhängig voneinander geführten Wegen beurteilt: Ein Psychologe, der schon lange mit Interviewern gearbeitet hatte, besuchte persönlich alle fünfzig Bewerber, testete sie und stufte sie nach ihrer Eignung auf einer Punkt-Skala ein. — Gleichzeitig und ohne Kontakt mit dem reisenden Psychologen wurden in der Zentrale im Institut schriftliche Tests der fünfzig Bewerber ausgewertet. Die Beurteilung stimmte so weit überein, daß eine ausschließliche Auswahl nach schriftlichen Tests gerechtfertigt erschien.Google Scholar
  17. 17.
    Regionale Differenzen in Umfrageergebnissen können sich bei dezentralisierter Interviewer-Organisation aus der verschiedenen Arbeitsweise der Bezirkschefs erklären (Nachweise im Archiv des Instituts für Demoskopie Allensbach).Google Scholar
  18. 18.
    Erfahrungssätze des Instituts für Demoskopie Allensbach.Google Scholar
  19. 19.
    Diskussionsreferat von Elisabeth Noelle-Neumann auf dem ESOMAR-Kongerb in Evian,September 1962, Organisation von Interviewerstaben und Feldarbeit.Google Scholar
  20. 20.
    Das ABC des Interviewers wurde von Erp Ring verfaßt.Google Scholar
  21. 21.
    Der folgende Text wurde von Wilhelm Schwarzenauer formuliert.Google Scholar
  22. 22.
    Wenn man beispielsweise sicherstellen will, daß Befragte, die ohne Brille kleine Schrift nicht gut lesen können, bei einer wichtigen Liste zum Lesen ihre Brille nehmen, wird im Fragebogen beschrieben, was der Interviewer tun soll:ACHTUNG INTERVIEWER! Informelle Ermittlung:Nimmt der Befragte zum Lesen im allgemeinen eine Brille?JA 1’;NEIN 2Falls der Befragte die Brille noch nicht da hat, jetzt heranholen lassen!Google Scholar
  23. 23.
    Interviewer-Training des IfD Allensbach, April 1995.Google Scholar
  24. 24.
    Siehe S. 72.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. auch S. 371.Google Scholar
  26. 26.
    Siehe S. 296.Google Scholar
  27. 27.
    Allensbacher Archiv, IfD-Umfrage Nr. 2142, Februar 1975.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe S. 191.Google Scholar
  29. 29.
    Deutschland ohne Feigenblatt, Europa-Film.Google Scholar
  30. 30.
    Das typische Bild zeigt die bereits gebrachte Aufstellung fur eine Umfrage nach Random-und eine andere nach Quotenauswahl (siehe S.278)Google Scholar
  31. 31.
    Anleitung des Instituts Social Surveys, London, gegrundet 1937,im Juni 1995 vom britischen Gallup-Institut ubernommen.Google Scholar
  32. 32.
    Der Nutzen dieser Rundbriefe ließ sich experimentell nachweisen. Vgl. Noelle-Neumann 1962. Wilhelm Schwarzenauer: An Experiment on the Effect Intercircular Letters Have on Interviewers. In: European Research, November 1974, S. 243–247.Google Scholar
  33. 33.
    Dorroch 1994.Google Scholar
  34. 34.
    Der Spiegel, 1994, Nr. 26, S. 41–46.Google Scholar
  35. 35.
    Erfahrungssatz des Instituts für Demoskopie Allensbach.Google Scholar
  36. 36.
    Siehe S. 278–279.Google Scholar
  37. 37.
    Der Prozentsatz der zurückgesandten Kontrollkarten hängt stark von der zeitlich raschen Folge zwischen Interview und Eintreffen der Kontroll-Postkarte ab.Google Scholar
  38. 38.
    Siehe: Wolfgang J. Koschnick: Standard-Lexikon für Mediaplanung und Mediaforschung. München u. a. 1988, S. 260.Google Scholar
  39. 39.
    Achim Koch: Gefälschte Interviews: Ergebnisse der Interviewer-Kontrolle beim ALLBUS 1994. In: ZUMA-Nachrichten 36, Mai 1995, S. 89–105. Dort S. 99 f.Google Scholar
  40. 40.
    Siehe S. 445.Google Scholar
  41. 41.
    Siehe S. 59.Google Scholar
  42. 42.
    Daß das bei bestimmten Fragethemen so sein kann, wurde immer wieder in verschiedenen Experimenten gezeigt, es handelte sich aber immer um sehr spezielle Einzelfälle, aus denen sich eine Grundregel des Einflusses des Geschlechts der Interviewer nicht ableiten läßt, zudem waren die gemessenen Effekte in der Regel gering. J. R. Landis, u. a.: Feminist Attitudes as Related to Sex of the Interviewer. In: Pacific Sociological Review, 16, 1973, 5.305–314. J. Ballon, F. K. Del Boca: Gender Interaction Effects on Survey Measures in Telephone Interviews. Paper Presented at the American Association for Public Opinion Research (AAPOR) Annual Conference 1980. Zusammenfassend: Groves 1989, S. 401–404.Google Scholar
  43. 43.
    Bei Hyman ( 1954, S. 217 f.) findet sich ein Experiment, bei dem man die am meisten benötigte Antwortvorgabe im Fragebogen systematisch wegließ. Dann setzte sich der Interviewer-Einfluß durch. Der Interviewer entschied nach eigener Neigung, welchen Antwortvorgaben er Antworten, für die er keine Vorgabe fand, zuordnete, oder ob er die Antwort wörtlich aufzeichnete und keine Kategorie ankreuzte. Der Interviewer-Einfluß ist auch abhängig von der Art der Frage (offen oder geschlossen; siehe Hyman, 1954, S. 213). Je weniger die vorgegebenen Antwortkategorien den tatsächlich vorhandenen Meinungs-oder Verhaltensstrukturen entsprechen, desto stärker wird der Interviewer-Einfluß wirksam, weil der Interviewer in Zweifelsfällen mehr oder weniger willkürlich einstuft, nur um eine Entscheidung herbeizuführen. — Sind die Antwortkategorien realistisch, so kann der Interviewer die Antworten ohne Schwierigkeiten richtig einstufen, der Interviewer-Einfluß wird gering (siehe Hyman 1954, S. 213). Über die Folgen unrealistischer Antwortkategorien siehe auch oben, S. 199.Google Scholar
  44. 44.
    Siehe Fragebogenkapitel (S. 146–171).Google Scholar
  45. 45.
    Franz-Reinhard Stroschein: Die Befragungstechnik in der demoskopischen Marktforschung. Dissertation Berlin 1962, S. 170.Google Scholar
  46. 46.
    Siehe S. 73, Fußnote 9.Google Scholar
  47. 47.
    Siehe zu diesem Thema auch S. 76–79.Google Scholar
  48. 48.
    London 1958. Die Übersetzung folgt der deutschen Ausgabe: Harry Henry: Was der Verbraucher wünscht. Düsseldorf 1960, S. 234 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • Elisabeth Noelle-Neumann
    • 1
  • Thomas Petersen
    • 1
  1. 1.Institut für Demoskopie AllensbachAllensbachDeutschland

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