Das Kindschaftsrecht

  • Hans Planitz
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 5)

Zusammenfassung

Im älteren Recht kommen alle Kinder, die von einer muntunterworfenen Ehefrau geboren werden, unter die väterliche Gewalt des Ehemannes ihrer Mutter. Die väterliche Munt leitet sich aus der Munt über die Mutter ab. Freilich hatte der Mann das Recht, das Kind unmittelbar nach der Geburt auszusetzen. Formell begann also die Muntgewalt erst mit dem Akt der Aufnahme des Kindes, die dem Aussetzungsrechte ein Ende machte. Doch wurde die gleiche Rechtswirkung auch durch Pflegehandlungen herbeigeführt (oben § 141, S. 17). Entscheidend war weiter nur die Geburt, nicht die Erzeugung des Kindes während der Ehe: auch vorehelich erzeugte Kinder der Ehefrau traten unter die väterliche Munt des Hausherrn. Auch die von Kebsfrauen geborenen Kinder kamen unter die Hausgewalt des Vaters, soweit die Mutter ihr unterstand. Verwandtschaftliche Beziehungen des Kindes mit dem Vater und seiner Verwandtschaft traten ein, wenn das Kind von der echten Ehefrau geboren war: es ist ein eheliches Kind (lang, fulborn). Gleichgestellt wurde ihm das Kind der freien Kebsfrau, während Kinder unfreier Frauen keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen besaßen. Die Rechtsstellung der Mutter bestimmte also die des Kindes.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • Hans Planitz
    • 1
  1. 1.Universität KölnDeutschland

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