Die philosophischen Hintergründe der modernen Sprachpsychologie

  • Hans Hörmann

Zusammenfassung

„Der grundlegende Wandel im Verhältnis von Philosophie und Sprache, welcher das 20. Jahrhundert ...“ von früheren unterscheidet, „dürfte ... darin bestehen, daß die Sprache nicht mehr lediglich als Gegenstand der Philosophie behandelt, sondern erstmals . . . als Bedingung der Möglichkeit von Philosophie ins Auge gefaßt wird. Sprachphilosophie meint insofern nicht mehr eine Bindestrich-Philosophie . . ., sie ist, wie nach Kants Auftreten die Erkenntniskritik, ja gewissermaßen als Radikalisierung derselben zur Sprachkritik, an die Stelle der Ontologie getreten“ (Apel 1963, S. 22).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Interessanterweise wird ein ähnlicher Anspruch, wenn auch in veränderter Form, heute durch Chomsky erhoben: die Arten und Interpretationen von Regeln einer Grammatik sind Sprach-Universalien. J. C. Marshall hat (1970) darauf in einer sehr tiefgründigen Studie hingewiesen.Google Scholar
  2. 2.
    Dieses Moment des Absehens von jedem Inhalt findet sich wieder in der (im übrigen nicht positivistischen) generativen Grammatik Chomskys.Google Scholar
  3. 3.
    Hier sind die außerordentlich interessanten Überlegungen von Ajdukiewicz (1934, 1935) zu erwähnen, welche einen ‚inneren Zwang zur Zustimmung‘ als bedeutungs- (Ajdukiewicz sagt sinn-)konstuitierend ansehen: wer die deutsche Sprache spricht, muß, wenn er Schmerzen hat, die Äußerung „es schmerzt“ anzuerkennen bereit sein. In der Bereitschaft zur Anerkennung einer Äußerung in einer bestimmten Situation wird sowohl Wittgensteins Konzeption vom Sprachspiel als Teil einer Lebensform als auch Searles Definition des Sprechaktes vorweggenommen.Google Scholar
  4. 4.
    Es sei nochmals daran erinnert, daß es uns nicht um eine philosophiegeschichtlich exakte Abwägung historischer Prioritäten geht; mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre das Werk des späten Wittgenstein ohne das vorausgegangene von Peirce nicht in dieser Form möglich gewesen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1977

Authors and Affiliations

  • Hans Hörmann
    • 1
  1. 1.Psychologisches Institut der Ruhr-UniversitätDeutschland

Personalised recommendations