Untersuchungstechnik

  • Wilhelm Weibel

Zusammenfassung

Es erscheint wohl natürlich, daß die Untersuchung des Unterleibes einer Frau mit der Inspektion desselben beginnt. Vergrößerungen des Bauches können durch Tumoren bedingt sein, welche vom Genitale ausgehen oder von anderen Organen, wie z: B. von Milz, Leber, Darmtrakt, oder die Bauchhöhle ist von Aszitesflüssigkeit erfüllt. Lage, Größe, Form und Verschiebbarkeit solcher Organe geben dem Bauchinhalt oft eine charakteristische Form, Konsistenz und Größe. Sie kommen in manchen Fällen nicht als einzelne Geschwulst vor, sondern sind mit anderen Tumoren der gleichen Art vergesellschaftet. Das gleichzeitige Bestehen von Aszitesflüssigkeit weist vielfach auf einen Zusammenhang zwischen einem kranken Bauchorgan und einer bestehenden „Wassersucht“ hin. Wir achten darauf, ob die Vergrößerung einer Geschwulst gleichmäßig oder unregelmäßig beschaffen ist. Enthält die Bauchhöhle freie Flüssigkeit, so senkt sich diese nach den Flanken zu, welche dann mehr oder weniger ausgeweitet werden. Wird die Kranke auf die Seite gelagert, so sammelt sich die Aszitesflüssigkeit gegen den tiefsten Punkt zu. Die höher liegende Bauchseite hellt sich dann auf und gibt einen tympanitischen Schall. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß die Flüssigkeit zwischen den Darmschlingen und den anderen Eingeweiden, bzw. der Bauchwand abgesackt ist, wobei sich dann die Dämpfungsgrenzen nicht merkbar verändern. Will man die Größe des Bauchumfanges feststellen, so legt man ein Meßband in Nabelhöhe um den Bauch herum oder man bestimmt die Entfernung des Nabels von der Symphyse, bzw. vom Processus xiphoideus. Je nach dem Inhalt, der Größe und der Form des Bauches läßt sich dann feststellen, was die Ursache dieser Veränderungen ist. Geschwülste in den Bauchdecken, welche selten vorkommen, können unter Umständen mit einem intraperitoneal gelegenen Tumor verwechselt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1941

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Weibel
    • 1
  1. 1.Vorstand der II. Universitäts-Frauenklinik in WienWienÖsterreich

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