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Geschichte der Parfumerie, ihr Ursprung und ihre Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte

  • Fred Winter

Zusammenfassung

Wir dürfen in der Parfumerie als mächtigen Faktor der Förderung des Schönheitssinnes nicht nur die Mutter aller Künste erblicken, sondern sie auch als die Vorläuferin der modernen Naturwissenschaften, der Medizin, der Pharmazie und der modernen Hygiene im weiteren Sinne verehren, denn sie hat die erste Anregung gegeben, die Geheimnisse der Natur zu erforschen und jene Kenntnisse zu erweitern, die sich auf die Verwendungsmöglichkeit der zunächst zur Körperpflege bestimmten Substanzen, auch als Vorbeugungsmittel gegen Krankheiten oder als Heilmittel, im engeren oder weiteren Sinne, bezogen. Wir sehen in der Tat die namhaftesten Ärzte der Vorzeit, wie die hinterlassenen Aufzeichnungen beweisen, mit emsigem Studium der Drogen und Aromaten aller Art, die hauptsächlich der Schönheitspflege dienten, beschäftigt und finden in diesen Jüngern Askulaps rührige Apostel des Körperkults, den man schon damals richtig als eine wichtige Form der präventiven Hygiene zu erkennen wußte. Wenn wir bedenken, wie weit schon die Alten, trotz der primitiven Form der zur Verfügung stehenden Ingredienzien, trotz der Schwierigkeiten, die mit der regelmäßigen Beschaffung derselben verbunden waren, in der Kenntnis der Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten dieser Substanzen gekommen waren, so können wir nicht umhin, den Forschern jener Zeit eine aufrichtige Bewunderung zu zollen, die auch durch die Verwendung gewisser kabbalistischer Mittel, wie z. B. die verwesten Blutegel, die Rabeneier, die Krokodilexkremente und andere, nicht abgeschwächt werden kann. Übrigens läßt sich auch, abgesehen von dem im Altertum und bis ins späte Mittelalter hinein eingewurzelten Glauben an okkulte Eigenschaften phantastischer Ingredienzien, z. B. die Verwendung der oben angeführten Absurditäten (nach modernen Begriffen) auch in gewisser Beziehung vom chemischen Standpunkte aus rechtfertigen, wie wir später sehen werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1932

Authors and Affiliations

  • Fred Winter
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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