Die Kontrollmessungen

  • A. Agricola
Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen book series (Wiss. Abh., volume 2/9)

Zusammenfassung

Legt man die Temperaturaufzeichnung einer Talstation und der Zugspitze nebeneinander, so empfindet man es als Mangel, daß der eine Schrein normal besonnt, der andere sorgfältig der Sonne entzogen ist. Die Tagesamplitude ist an sonnigen Tagen bei der Talstation bedeutend größer als an trüben Tagen, während der Tagesgang der Temperatur auf dem Berge an sonnigen und trüben Tagen ziemlich gleichmäßig ist. Kann man nun auch sicher sein, daß unter normalen Verhältnissen der größte Teil des Unterschiedes zwischen heiteren und trüben Tagen im Tal auf die Anheizung des Erdbodens zurückzuführen ist, die auf dem spitzen Zugspitzgipfel in sehr viel geringerem Maß zur Geltung kommen muß, so wird man sich doch sagen müssen, daß ein Teil der Amplitude auch stets der direkten Schreinbeheizung durch Sonnenstrahlung zu verdanken ist, die auf der Zugspitze ebenfalls fehlt. Man wird deshalb den Schluß zu ziehen geneigt sein, daß zumindest die Vergleichbarkeit der Tal- und Gipfelstation günstiger sein muß, wenn beide Schreine der Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Das ist jedoch ein Fehlschluß; denn erstens wird dem Schrein in 3 000 m Höhe in den Sommermonaten bis zu 85% mehr Wärme zugestrahlt als dem Schrein im Tale, zweitens entfernt sich die Temperatur im Zugspitzschrein viel stärker von der Lufttemperatur als unter sonst gleichen Verhältnissen im Talschrein, weil die gleichzeitig beheizte Bodenfläche auf der Zugspitze fast völlig fehlt und drittens sind die Ventilationsverhältnisse im Tal und auf dem Berg am gleichen Tage meist so unterschiedlich, daß schon deshalb ein Vergleich beider Stationen nicht möglich wäre.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1937

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  • A. Agricola

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