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Verdauungsorgane

  • F. Grosse-Brockhoff

Zusammenfassung

Kardiospasmus beruht auf einer Störung der parasympathischen und sympathischen Innervation des Osophagus: Normalerweise verursacht Vagusreizung eine Kontraktion der oberen Ösophagusanteile, während der Kardiaanteil erschlafft. Sympathicusreizung führt zu Tonussteigerung der Muskulatur der Kardia und Kardiaverschluß. Sympathicusdurchtrennung verursacht meist rlbnusnachlaß der Kardia und wird daher therapeutisch bei Kardiospasmus angewandt. Sympathicusdurchschneidung führt aber bei Kardiospasmus in einer Reihe von Fällen nicht zum Erfolg. Dis Ursachen des Kardiospasmus können nicht einfach auf ein Überwiegen der sympathischen Tiber die parasympathische Innervation bezogen werden. Tierexperimentelle Untersuchungen2 ergaben, daß der durch Vagusausschaltung erzeugte Kardiospasmus scheinbar paradoxerweise durch Atropin behoben werden kann, und daß auf der anderen Seite ein bestehender Kardiospasmus durch Adrenalin beseitigt werden kann. Man nimmt daher an, daß die im Syympathicus verlaufenden Kardiospasmus erzeugenden Fasern cholinergischer Natur, die im Vagus verlaufenden Fasern. die die Kardia öffnen, dagegen adrenergischer Natur sind (also umgekehrt wie sonst). Aus histologischen Untersuchungen der Osophaguswand von Kranken mit Kardiospasmus wird neuerdings auf primäre degenerative Veränderungen in den Auerbacnsehen Plexus geschlossen.Erkrankung der Vagusendigungen wäre danach die eigentliche Ursache des Osophagusspasmus. Die idiopathischen Formen von Kardiospasmus müssen von den Spasmen des Ösophagus auf reflektorischer Grundlage getrennt werden. Letztere entstehen durch Reizung afferenter vegetativer Fasern aus anderen Abdominalorganen (z. B. Magen- und Gallenblasenerkrankungen).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1950

Authors and Affiliations

  • F. Grosse-Brockhoff
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitäts-Klinik BonnBonnDeutschland

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