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Temperaturregulation

  • F. Grosse-Brockhoff

Zusammenfassung

Störungen des Wärmehaushaltes beruhen auf einem Mißverhältnis von Wärmeproduktion (chemische Wärmeregulation) und Wärmeabgabe (physikalische Wärmeregulation). Eine Erhöhung der Körpertemperatur kommt zustande, wenn die Wärmeabgabe bei gleichbleibender Wärmeproduktion absinkt oder bei gesteigerter Wärmeproduktion nicht entsprechend ansteigt. Steigt die Wärmeabgabe bei gleichbleibender Wärmeproduktion an oder ist die Wärmeabgabe bei absinkender Wärmeproduktion vermehrt, so erniedrigt sich die Körpertemperatur. Erhöhungen oder Erniedrigungen der Körpertemperatur können rein exogen ohne primäre Beteiligung der temperaturregulierenden Faktoren zustande kommen (exogene Hyper- und Hypothermie). Erhöhungen der Körpertemperatur können unter normalen äußeren Temperaturbedingungen durch starke Verbrennungssteigerungen bei intensiver Muskelarbeit auftreten. Meist sind sie jedoch Begleiterscheinungen von Erkrankungen, die den Wärmehaushalt beeinflussen (z. B. Fieber, Fehlen der Schweißsekretion). Bei diesen Störungen sind Temperatursteigerungen schon bei leichter Muskelbetätigung ausgeprägt (Bewegungstemperatur). Erniedrigungen der Körpertemperatur beruhen meist auf exogenen Faktoren (stärkere Erniedrigungen der Umgebungstemperatur). Sie können aber auch auf endogenen Ursachen basieren (Kollaps, hormonale Störungen, z. B. Ausfall der Schilddrüsenfunktion. Nebennierenrindeninsuffizienz).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1950

Authors and Affiliations

  • F. Grosse-Brockhoff
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitäts-Klinik BonnBonnDeutschland

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