Wirkungen der Wasserstraßen und Wasserkraftwerke auf Landeskultur und Fischerei

  • Gerhard Schroeder
Part of the Handbibliothek für Bauingenieure book series (BAUINGENIEUR, volume 7)

Zusammenfassung

Die wichtigste Folge der hier behandelten Wasserbauten für die Landeskultur ist in der Regel eine Veränderung der Grundwasserstände, die günstig oder schädlich sein kann. Vgl. hierzu die Ausführungen im Abschnitt III, S. 180. Eine Senkung des Grundwasserstandes ist natürlich dann unschädlich, wenn er schon vorher so tief lag, daß die Pflanzenwurzeln das Grundwasser auch bisher nicht ausnutzen konnten. Der weitaus größte Teil der Wurzelmasse unserer Kulturpflanzen bleibt in den obersten Bodenschichten von wenigen dm, die Hauptmasse der Gräserwurzeln geht sogar über 10 cm Tiefe nicht hinaus, doch können einzelne wassersuchende Wurzeln in ausreichend lockeren Böden auch Längen von etwa 200 cm erreichen. Da nun die Steighöhe des Grundwassers in den kapillar günstigsten Böden (Löß und feinem Sand) etwa 50 bis 100 cm beträgt, so kann man mit Sicherheit unterstellen, daß die Senkung eines 3 m tief stehenden Grundwassers den Kulturpflanzen mit Ausnahme der ausgesprochenen Tiefwurzler (S. 68) und der tiefwurzelnden Bäume keinen Schaden bringt. Lag jedoch die Grundwasseroberfläche vor der Absenkung höher als 3 m unter Flur, so läßt sich die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung nur nach den jeweiligen örtlichen Verhältnissen (Boden- und Pflanzenart, Größe und Verteilung der Niederschläge) beurteilen. In den meisten Fällen ist aber kein merkbarer Schaden zu erwarten, wenn ein Grundwasserstand von 2,5 bis 3,0 m gesenkt wird.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1950

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  • Gerhard Schroeder

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