Advertisement

Die Arbeit an und mit der Übertragung

  • H.-G. Rechenberger

Zusammenfassung

Viele, nicht analytisch orientierte Therapeuten, bezeichnen mit Übertragung, falls sie diesen Begriff überhaupt verwenden, alle Gefühle, die ein Patient einem Arzt entgegenbringt. Wir halten diese Ausweitung des Übertragungsbegriffs für unzulässig und wollen etwas anders darunter verstehen. Mit Übertragung bezeichnen wir in Anlehnung an Laplanche die Reaktivierung gewisser, nur aus der individuellen Genese verständlicher Gefühle, die ehemals sinnvoll einem Objekt, meist einer nahen Bezugsperson, galten, für die jedoch in der Arzt/Patienten-Begegnung kein realer Anlaß vorliegt. Der Patient schafft sich erst durch seine Feldgestaltung diesen Anlaß. Unter Übertragung verstehen wir also zumeist Gefühle, die dem Therapeuten entgegengebracht werden, ohne daß aus der Person des Behandlers oder aus dessen Intentionen heraus dafür ein genügender oder ausreichender Grund vorhanden ist. Viele unserer Patienten benehmen sich in der therapeutischen Situation so, als wäre der Therapeut eine frühere Beziehungsperson.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. F. Riemann: Fortschritte der Psychoanalyse Bd. I, Verlag für Psychologie Dr. C. J. Hogrefe, Göttingen (1969)Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1974

Authors and Affiliations

  • H.-G. Rechenberger

There are no affiliations available

Personalised recommendations