Advertisement

Gesamtwirtschaftliche Expansions- und Kontraktionsprozesse

  • Alfred Stobbe
Chapter
  • 17 Downloads
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 158)

Zusammenfassung

Der Wirtschaftsprozeß läuft in der Zeit ab; er kann als Folge von Reaktionen der Wirtschaftssubjekte auf sich ändernde Umstände gesehen werden. In diesem Kapitel wird gezeigt, wie es dabei zu sich aufschaukelnden Expansions- und Kontraktionsprozessen des Sozialprodukts kommen kann. Dazu wird zunächst ein typischer Konjunkturzyklus beschrieben, ein allgemeines Schema für diesen festgelegt und der Konjunkturverlauf in der Bundesrepublik seit 1951 gezeigt. Es folgen Verlaufsanalysen von Expansionsprozessen, die mit Zahlenbeispielen illustriert werden und bei denen auch die Frage geklärt wird, weshalb die in jedem Zeitraum realisierte Investition gleich der Ersparnis ist, auch wenn die entsprechenden Plangrößen voneinander abweichen. In Teil II werden einige Aspekte der wirtschaftlichen Tätigkeit öffentlicher Haushalte in die Betrachtung einbezogen. Der Zusammenhang zwischen Steueraufkommen und Sozialprodukt wird mit der Hypothese einer Steueraufkommensfunktion beschrieben, und es werden die Einflüsse öffentlicher Verbrauchs-, Investitions- und Transferausgaben einerseits und der Steuererhebung anderseits auf Expansions- und Kontraktionsprozesse des Sozialprodukts erörtert. In Teil III geschieht das gleiche in bezug auf den Außenhandel, wobei die Importfunktion eingeführt und einige wirtschaftspolitische Folgerungen gezogen werden. In Teil IV wird angenommen, daß die Investitionstätigkeit von der Entwicklung des Sozialprodukts abhängt und gezeigt, daß es bei bestimmten Verhaltensweisen der Konsumenten und Investoren zu Schwankungen des Sozialprodukts kommen kann, die nicht zu einem neuen Gleichgewichtszustand führen. Das dabei benutzte Modell bildet den Ausgangspunkt der modernen Konjunkturtheorie.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur zum dritten Kapitel

Zu Teil I

  1. Die konjunkturtheoretische Forschung ist heute durch die Verwendung gesamtwirtschaftlicher ökonometrischer Modelle gekennzeichnet, die aus Dutzenden, in einigen Fällen aus Hunderten von Gleichungen bestehen und mit denen nur noch mit Hilfe automatischer Datenverarbeitungsanlagen gearbeitet werden kann. Eine Übersicht gibt:.Google Scholar
  2. [3.01]
    H. König: Makroökonometrische Modelle: Ansätze, Ziele, Probleme. Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, 107. Jg. 1971, S. 546–578.Google Scholar
  3. Eine kritische Diskussion mehrerer US-Modelle enthält.Google Scholar
  4. [3.02]
    B. G. Hickman (Hg.): Econometric Models of Cyclical Behavior. 2 Bde. New York u.a. 1972. XIII, XI, 1246 S.Google Scholar
  5. Demgegenüber bieten die nachstehend genannten Titel Überblicke über die Geschichte konjunkturtheoretischer Vorstellungen, nichtempirische als Vorstufe zu empirischen Modellen sowie verbale und statistische Beschreibungen von Konjunkturzyklen. Zur Analyse der Konjunkturbewegungen in der Bundesrepublik vgl.Google Scholar
  6. [3.03]
    R. Hopp: Schwankungen des wirtschaftlichen Wachstums in Westdeutschland 1954–1967. Meisenheim 1969. 136 S.Google Scholar
  7. [3.04]
    I. Mintz: Dating Postwar Business Cycles: Methods and their Application to Western Germany, 1950–67. New York u.a. 1969. 111 S.Google Scholar
  8. Hauptquelle für die Beschreibung des Konjunkturverlaufs in der Bundesrepublik sind die SR-Gutachten. Weitere Spezialliteratur über Konjunkturpolitik in der Bundesrepublik und über Konjunkturindikatoren wird S. 429 f. genannt.Google Scholar
  9. Erklärungen des Konjunkturzyklus werden seit dem 19. Jahrhundert versucht. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise wurde eine systematische Analyse dieser Theorien vorgenommen:.Google Scholar
  10. [3.05]
    G. Haberler: Prosperity and Depression. A Theoretical Analysis of Cyclical Movements. 1937, 4. Aufl. London 1958. XVIII, 520 S.Google Scholar
  11. Deutsch: Prosperität und Depression. Eine theoretische Untersuchung der Konjunkturbewegungen. Tübingen u.a. 1955. 549 S.Google Scholar
  12. Eine Zusammenstellung einiger neuerer konjunkturtheoretischer Ansätze bieten Kapitel V und VI von.Google Scholar
  13. [3.06]
    J. Kromphardt: Wachstum und Konjunktur. Grundlagen ihrer theoretischen Analyse und wirtschaftspolitischen Steuerung. Göttingen 1972. 284 S.Google Scholar
  14. Als Lehrbücher sind geeignet.Google Scholar
  15. [3.07]
    M.W. Lee: Macroeconomics. Fluctuations, Growth, and Stability. 1955, 5. Aufl. Homewood 1971. XIX, 629 S.Google Scholar
  16. [3.08]
    R.C.O. Matthews: The Trade Cycle. Cambridge 1959. XV, 300 S. Deutsch: Konjunktur. München 1973. 306 S.Google Scholar
  17. Aufsatzsammlungen zu Problemen des Konjunkturzyklus sind.Google Scholar
  18. [3.09]
    Readings in Business Cycle Theory. Philadelphia 1944. XVI, 414 S.Google Scholar
  19. [3.10]
    Readings in Business Cycles. Homewood 1966. X, 731 S.Google Scholar
  20. [3.11]
    W. Weber (Hg.): Konjunktur-und Beschäftigungstheorie. Köln u.a. 1967.452 S.Google Scholar
  21. Den Stand der Forschung Ende der sechziger Jahre mit Analysen des Konjunkturverlaufs in wichtigen Ländern in der Nachkriegszeit, Berichten über ökonometrische Konjunkturmodelle und über Stabilisierungspolitik enthält der Sammelband.Google Scholar
  22. [3.12]
    M. Bronfenbrenner (Hg.): Is the Business Cycle Obsolete? New York u.a. 1969. XII, 567 S.Google Scholar
  23. Die Multiplikatortheorie ist ein wichtiger Bestandteil des Keynesschen Modells, vgl. Keynes [2.21], Kapitel 10. Eine Übersicht über einen Teil der seitherigen Weiterentwicklung gibt.Google Scholar
  24. [3.13]
    G.L.S. Shackle: Twenty Years on: A Survey of the Theory of the Multiplier. EJ, Vol. 61, 1951, S. 241-260. Übersetzung in: Weber [3.11].Google Scholar
  25. Das Buch von.Google Scholar
  26. [3.14]
    H. Hegeland: The Multiplier Theory. Lund 1954. X, 261 S.Google Scholar
  27. enthalt Hinweise auf die Vorgeschichte des Prinzips, seine Weiterentwicklung und eine kritische Stellungnahme zu seiner empirischen Relevanz.Google Scholar

Zu Teil II

  1. Literatur über die Abhängigkeit des Steueraufkommens von der Entwicklung der Bemessungsgrundlagen und des Steuerrechts ist relativ spärlich, obwohl Haushaltspläne der Gebietskörperschaften, deren Aufstellung gesetzlich vorgeschrieben ist, ebenso wie eine mittelfristige Finanzplanung nicht ohne Vorausschätzungen des Steueraufkommens aufgestellt werden können. Untersuchungen für die Bundesrepublik sind.Google Scholar
  2. [3.15]
    G. Hagemann: Aufkommenselastizitäten ausgewählter Steuern in der Bundesrepublik Deutschland 1950–1963. Tübingen 1968. X, 207 S.Google Scholar
  3. [3.16]
    K. Löbbe, A. Roth: Methoden der mittelfristigen Steuervorausschätzung. Zur mittelfristigen Entwicklung des Steueraufkommens in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 1971. 198 S.Google Scholar
  4. Beide Arbeiten enthalten Vorausschätzungen für die wichtigsten Steuerarten in der Bundesrepublik. Einige Einzeluntersuchungen sind:.Google Scholar
  5. [3.17]
    J. Körner: Methoden zur Vorausschätzung des Tabaksteueraufkommens. München 1967. V, 153 S.Google Scholar
  6. [3.18]
    J. Fischer: Die mittelfristige Vorausschätzung des Kraftfahrzeugsteuer-Aufkommens. Mitteilungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, 19. Jg. 1968, S. 175–191.Google Scholar
  7. [3.19]
    J. Körner: Methoden zur mehrjährigen Vorausschätzung des Mineralölsteueraufkommens. München 1969. VI, 91 S.Google Scholar
  8. Zur neueren Diskussion über das Haavelmo-Theorem vgl.Google Scholar
  9. [3.20]
    W. Vogt: Einige Unklarheiten in der Diskussion über die Multiplikatorwirkung eines ausgeglichenen Budgets. WA, Bd 85, 1960, S. 55–85.Google Scholar
  10. In dem Aufsatz.Google Scholar
  11. [3.21]
    M.K. Evans: Reconstruction and Estimation of the Balanced Budget Multiplier. REStat, Vol. 51, 1969, S. 14–25.Google Scholar
  12. werden anhand eines gesamtwirtschaftlichen ökonometrischen Modells numerische Werte für Multiplikatoren ausgeglichener Budgets in den Vereinigten Staaten geschätzt.Google Scholar
  13. Zur Wirkung automatischer Stabilisatoren vgl.Google Scholar
  14. [3.22]
    P. Eilbott: The Effectiveness of Automatic Stabilizers. AER, Vol. 56, 1966, S. 450–465.Google Scholar
  15. [3.23]
    W. Albers: Die automatische Stabilisierungswirkung der Steuern — Möglichkeiten und Problematik in der Bundesrepublik Deutschland. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd 180, 1967, S. 99–131.Google Scholar

Zu Teil III

  1. Schätzungen von Import-und Exportfunktionen für die wichtigsten OECD-Länder einschließlich der Bundesrepublik finden sich in.Google Scholar
  2. [3.24]
    F. G. Adams, H. Eguchi, F. Meyer-zu-Schlochtern: An Econometric Analysis of International Trade. An Interrelated Explanation of Imports and Exports of OECD Countries. OECD, Paris 1969. 143 S.Google Scholar
  3. Die neueste Fassung dieser Studie, in der auch Rückwirkungen des Außenhandels numerisch geschätzt wurden, ist.Google Scholar
  4. [3.25]
    L. Samuelson: A New Model of World Trade. In: OECD Economic Outlook, Occasional Studies. Paris 1973, S. 3-22.Google Scholar
  5. Import-und gelegentlich Exportfunktionen finden sich auch in vielen makro-ökonometrischen Modellen. Weitergesteckte Ziele werden mit ökonometrischen Untersuchungen des Welthandels verfolgt, in denen versucht wird, die Handelsverflechtung zwischen einer größeren Zahl von Ländern zu erklären. Eine Übersicht nach dem Stand von 1966 gibt.Google Scholar
  6. [3.26]
    G.B. Taplin: Models of World Trade. International Monetary Fund Staff Papers, Vol. 14, 1967, S. 433–453.CrossRefGoogle Scholar
  7. Zur internationalen Übertragung von Konjunkturschwankungen vgl.Google Scholar
  8. [3.27]
    R. R. Rhomberg: Transmission of Business Fluctuations from Developed to Developing Countries. In: Bronfenbrenner [3.12], S. 253-278.Google Scholar
  9. Vielfach hat man sich darauf beschränkt, die Gestalt von Außenhandelsfunktionen an einer Stelle anzugeben, etwa durch Messung von Elastizitäten des Imports und Exports in bezug auf internationale Preisverhältnisse und Volkseinkommen. Eine Zusammenstellung der Messungen von Importquoten und-elastizitäten aus der Zeit von 1937 bis 1957 für etwa 60 Länder und Ländergruppen findet sich in.Google Scholar
  10. [3.28]
    H.S. Cheng: Statistical Estimates of Elasticities and Propensities in International Trade. A Survey of Published Studies. International Monetary Fund Staff Papers, Vol. 7, 1959, S. 107–158.CrossRefGoogle Scholar
  11. Neuere Messungen auf Grund von Beobachtungen aus der Zeit von 1951–1966 für 14 Länder enthält.Google Scholar
  12. [3.29]
    H.S. Houthakker, S.P. Magee: Income and Price Elasticities in World Trade. REStat, Vol. 51, 1969, S. 111–125.Google Scholar
  13. Die nichtempirische Theorie von Außenhandelsmultiplikatoren ist abgehandelt im II. Teil von.Google Scholar
  14. [3.30]
    K. Rose: Theorie der Außenwirtschaft. 1963, 5. Aufl. München 1974. XX, 500 S. Schätzungen numerischer Werte für solche Multiplikatoren enthält.Google Scholar
  15. [3.31]
    M. Morishima, Y. Murata: An Estimation of the International Trade Multiplier, 1954–1965. In: Morishima u.a.: The Working of Econometric Models. Cambridge 1972, S. 301-329.Google Scholar

Zu Teil IV

  1. Das Akzeleratorprinzip ist eine Hypothese über das Investitionsverhalten und wird daher auch in der zu Teil II des zweiten Kapitels genannten Literatur behandelt (S. 114f.). Übersichten über den jeweiligen Stand der Forschung geben.Google Scholar
  2. [3.32]
    A.D. Knox: The Acceleration Principle and the Theory of Investment: A Survey. Economica, Vol. 19, 1952, S. 269-297. Wieder abgedruckt in: Mueller [I.33]. [3.33] W. Mieth: Das Akzelerationsprinzip. Berlin 1954. 118 S.Google Scholar
  3. In dem Aufsatz.Google Scholar
  4. [3.34]
    P.A. Samuelson: Interactions between the Multiplier Analysis and the Principle of Acceleration. REStat, Vol. 21, 1939, S. 75-78. Wieder abgedruckt in: Readings [3.09]. Übersetzung in: Weber [3.11].Google Scholar
  5. wurde erstmals das Zusammenwirken von Multiplikator-und Akzeleratorprozeß untersucht und gezeigt, daß ein Wirtschaftssystem durch einen einmaligen Anstoß in einen fluktuierenden (oszillierenden) Prozeß geraten kann. Das bekannteste darauf aufbauende und seither vielfach erweiterte Konjunkturmodell stammt von.Google Scholar
  6. [3.35]
    J.R. Hicks: A Contribution to the Theory of the Trade Cycle. Oxford 1950. VII, 201 S.Google Scholar
  7. Eine zusammenfassende Darstellung ist.Google Scholar
  8. [3.36]
    R.v. Torklus: Das Zusammenwirken von Multiplikator und Akzelerator in der Konjunkturtheorie. Eine kritische Untersuchung der Modelle von Samuelson und Hicks. Konjunkturpolitik, 13. Jg. 1967, S. 199–257.Google Scholar
  9. Empirische Untersuchungen über die Wirkungsweise des Akzeleratorprinzips gibt es seit Jahrzehnten. Da das Prinzip nur unter bestimmten Voraussetzungen in Erscheinung tritt, frühere empirische Untersuchungen jedoch häufig mit unzulänglichen statistischen Methoden und auf Grund unzureichender theoretischer Vorstellungen unternommen wurden, herrschte zeitweise die Ansicht vor, daß es statistisch kaum nachzuweisen sei, so etwa bei Knox [3.32]. Spätere Untersuchungen ergaben jedoch bessere Resultate. Vgl. vor allem.Google Scholar
  10. [3.37]
    D. Smyth: Empirical Evidence on the Acceleration Principle. The Review of Economic Studies, Vol. 31, 1964, S. 185–202.CrossRefGoogle Scholar
  11. Dieser Aufsatz gibt in knapper Form die wichtigsten Formulierungen des Akzeleratorprinzips, nennt die methodischen Schwierigkeiten bei seinem empirischen Nachweis und zählt die bedeutendsten statistischen Untersuchungen auf. Für die Bundesrepublik vgl.Google Scholar
  12. [3.38]
    M.E. Streit: West German Industrial Investment and the Accelerator. Konjunkturpolitik, 15 Jg. 1969, S. 43–60.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1975

Authors and Affiliations

  • Alfred Stobbe
    • 1
  1. 1.Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und ÖkonometrieUniversität MannheimMannheim 1, SchloßDeutschland

Personalised recommendations