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Zusammenfassung

Für die Zwecke des Studiums der Logik der naturwissenschaftlichen Erklärung wäre es außerordentlich wertvoll, wenn man alle relevanten Begriffe anhand einfacher physikalischer Modelle studieren könnte. Die meisten verfügbaren Modelle sind leider verhältnismäßig kompliziert und ihre genaue Untersuchung setzt die Beherrschung eines mehr oder weniger umfangreichen mathematischen Apparates voraus. N. Rescher hat gezeigtl, daß es einen Typus von Modellen gibt, welche leicht zu durchschauen und mit größter Präzision zu beschreiben sind, ohne daß man dafür anderweitige theoretische Hilfsmittel benötigte. Die Analyse dieser Systeme wird sich aus drei Gründen als zweckmäßig erweisen : Erstens läuft man hier nicht Gefahr, daß die Aufmerksamkeit unnötigerweise auf solche Details abgelenkt wird, die im gegenwärtigen Zusammenhang ohne Relevanz sind, eine Gefahr, die um so größer ist, je schwieriger die Handhabung des technischen Apparates ist. Zweitens zieht die Verwendung von Hilfsmitteln der höheren Mathematik spezielle philosophische Probleme sui generis nach sich, mit denen die Diskussion der wissenschaftlichen Erklärung nicht belastet werden sollte.

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Referenzen

  1. 1.
    In [State Systems]; vgl. auch W. Stegmüller [Naturgesetz].Google Scholar
  2. 2.
    Diese beiden Fälle werden gewöhnlich unter dem Begriff „höchstens abzählbar viele“ zusammengefaßt.Google Scholar
  3. 3.
    Die Relativität auf die Beschreibung von darf hierbei nicht außer Betracht gelassen werden. Der Leser möge nicht in den Fehler verfallen einzuwenden, daß diese Beschreibung eine anfechtbare Theorie der Zeit voraussetze. Die Frage, ob der Zeitablauf als stetig zu betrachten sei oder nicht, ist für die Analyse von DS-Systemen gänzlich irrelevant. Wesentlich ist nur, daß es für die Beschreibung von Veränderungen an solchen Systemen genügt, geeignete endliche Zeitintervalle als Einheiten zu wählen.Google Scholar
  4. 4.
    Aus diesem Grund kann das Präfix „D“ in „D-Erklärung“ wahlweise als Abkürzung für „deduktiv“ oder für „deterministisch“ gedeutet werden.Google Scholar
  5. 6.
    Da bei der Analyse der DS-Systeme von den pragmatischen Zeitumständen abstrahiert wird, kommt es nur auf die Argumentstruktur und auf die zeitlichen Relationen zwischen den in Antecedensdaten und Explanandum vorkommenden Zeiten an. Ein Argument von prognostischer Struktur unterscheidet sich aber nicht von einem Erklärungsargument im „üblichen Wortsinn“. Daher gilt alles, was in diesem Abschnitt über Prognosen ausgesagt wird, auch wörtlich von den üblichen Erklärungen.Google Scholar
  6. 7.
    Vgl. W. Stegmüller [Systematisierung], Abschn. 5.Google Scholar
  7. 8.
    In den früher gegebenen beiden Beispielen bestehen diese Ausgangsdaten in dem Wissen um die Zustände vor und nach der Leerstelle.Google Scholar
  8. 9.
    Genauer müßte man unterscheiden zwischen vollständigen und partiellen Gleichverteilungsprognosen. Eine vollständige Gleichverteilungprognose liegt vor, wenn von k realisierbaren Möglichkeiten alle mit der Wahrscheinlichkeit 1/k eintreten (k kann dabei mit der Zahl n der theoretischen Möglichkeiten identisch oder auch kleiner als diese sein). Eine partielle Gleichverteilungsprognose liegt vor, wenn die k realisierbaren Möglichkeiten mindestens mit zwei verschiedenen Wahrscheinlichkeiten auftreten können und der größte unter diesen Wahrscheinlichkeitswerten mindestens zwei Möglichkeiten zukommt.Google Scholar
  9. 11.
    In [History], S. 72ff.Google Scholar
  10. 12.
    n ist die Maximalzahl der benötigten Gesetze. Falls das System zwischen Si und Si Zyklen enthält, ist die Zahl der benötigten Grundgesetze kleiner als n.Google Scholar
  11. 13.
    Bei der Berechnung dieser Wahrscheinlichkeiten aus den in den Fundamentalgesetzen angeführten Wahrscheinlichkeitsparametern ist übrigens Vorsicht nötig, sofern in das System „probabilistische Zyklen“ eingebaut sind. Es kann dann der Fall sein, daß ein und derselbe spätere Zustand auf mehreren Wegen erreichbar ist. Im System (3) z. B. ist die Wahrscheinlichkeit von S, als 2-Intervall-Nachfolger von S1 0,5 • 0,5 + 0,5•0,4 = 0,45, da die zu S2 führende Zustandsfolge entweder S1 S1S2, oder S1S 2S2 sein kann.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Stegmüller
    • 1
  1. 1.Philosophisches Seminar IIUniversität MünchenDeutschland

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