Brennstoffleitungen und -filter Vorgänge in den Brennstoffdruckleitungen

  • Friedrich Sass

Zusammenfassung

Bei der Bemessung und Anordnung der Brennstoffdruckleitungen muß auf die Eigenart der Druckeinspritzung Rücksicht genommen werden. Bei dem hohen Einspritzdruck, der 300 bis 700 kg/cm2 betragen kann, macht sich die Zusammendrückbarkeit des Treiböles sehr bemerkbar; sie beträgt nach Zahlentafel 13, S. 211, zwischen 0 und z. B. 300 kg/cm2 rd. 1/20000 für je 1 kg/cm2, d. h. bei einem Druckanstieg von 0 auf 300 kg/cm2 nimmt das Volumen des in der Druckleitung zwischen Brennstoffpumpe und Einspritzventil eingeschlossenen Treiböles um etwa 1,5% ab. Es muß möglichst klein gehalten werden, damit nicht ein unzulässig großer Teil des Druckhubes des Pumpenstempels für die Zusammendrückung des Treiböles statt für die Einspritzung verwendet wird. Die Druckleitungen müssen daher mit möglichst kleinem Innendurchmesser ausgeführt werden. Dieser ist nach unten begrenzt durch die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Treiböles und durch die Rücksicht auf die Herstellbarkeit des Rohres. Ölgeschwindigkeiten von 6 bis 10 m/sek, bezogen auf die höchste Geschwindigkeit des Pumpenstempels, ergeben erfahrungsgemäß hinreichend enge Rohrleitungen und noch keinen zu großen Reibungswiderstand. Die Rohre dürfen während des Druckhubes nicht atmen; sie müssen daher beträchtliche Wandstärken erhalten (die bei großen Zylindern bis zu 5 mm betragen), was ihre Beschaffung im Handel erschwert, da nicht alle Durchmesser und Wandstärken erhältlich sind. Als Baustoff ist Stahl oder Chromnickelstahl geeignet; Kupfer und Messing haben sich nicht bewährt.

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Literatur

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    Die Ausdrücke „positiv“ und „negativ” bedeuten hier bei den Druckwellen einen l)ber-bzw. Unterdruck gegenüber dem mittleren Druck pk in der Leitung; bei den Geschwindigkeitswellen soll die Richtung von der Brennstoffpumpe zur Düse als positiv, die umgekehrte Richtung als negativ bezeichnet werden.Google Scholar
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    Das Ho okesche Gesetz sagt in seiner Form 3 = a • a aus, daß die Raumverminderung S der Volumeneinheit proportional der Druckspannung a ist. Für a = 1 kg/cm2 wird 3 = a; die Zusammendrückungszahl a gibt somit die Abnahme der Volumeneinheit (in dem besonderen Fall des konstanten Flüssigkeitsquerschnittes auch die Abnahme der Längeneinheit der Flüssigkeitssäule) für 1 kg/cm2 Druckspannung an. Das gilt aber nur, wenn a konstant ist. Soweit Flüssigkeiten bisher untersucht sind, trifft dies in keinem Fall zu; die Zusammendrückbarkeit von Wasser ändert sich z. B. sehr stark mit dem Druck (Bild 233, S. 209). Für Dieseltreiböle kann man aber nach den Untersuchungen von D. H. Alexander (Abschn. c) a zwischen den für die Einspritzung in Betracht kommenden Druckgrenzen als angenähert konstant annehmen (Bild 236, S. 211); es beträgt für diese Druckbereiche rd.1/20000 für je 1 kg/cm2. Die oben gemachte Annahme, daß für die Verformung des Flüssigkeitselementes das Hookesche Gesetz gilt, trifft also mit guter Annäherung zu.Google Scholar
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    Ein genaueres Verfahren, welches (was hier vernachlässigt ist) auch den schädlichen Raum der Brennstoffpumpe und die Schwingungsfähigkeit der bewegten Teile des Brennstoffventiles berücksichtigt, hat A. Pisehinger an - gegeben (Beitrag zur Mechanik der Druckeinspritzung, ATZ-Beihefte I. Bd. 1935, Stuttgart, Franckh’sche Verlags - handlung. Vgl. auch Pis chinger und Cordier, Gemischbildung und Verbrennung im Dieselmotor, in der Sammlung List, Die Verbrennungskraftmaschine, Wien, Springer-Verlag 1939 ). Pis chinger hat auch nachgewiesen, daß sein Verfahren gute Übereinstimmung mit den wirklichen Vorgängen ergibt. Das hier angegebene Verfahren ist weniger genau, aber zur Einführung geeignet, da es die Vorgänge in der Brennstoffdruckleitung in elementarer Form darstellt.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1948

Authors and Affiliations

  • Friedrich Sass
    • 1
  1. 1.Technischen UniversitätCharlottenburgDeutschland

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