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Zusammenfassung

Die experimentelle und theoretische Einsicht in die Natur der Luftkräfte hat uns heute in den Stand gesetzt, mit genügender Sicherheit die Leistungen eines Flugzeugs zu berechnen; wir dimensionieren die Flugzeuge mit Hilfe statischer Rechnungen, indem wir die bei stationärem Flug auftretenden Kräfte und Momente ins Gleichgewicht setzen mit dem Flugzeuggewicht und der Schraubenkraft bzw. den dazu gehörenden Momenten. Die individuelle Berechnung der Flugzeuge wird wohl auch in absehbarer Zeit auf diese Gedankengänge beschränkt bleiben und nur von einer tiefergehenden und genaueren Erforschung der betreffenden Zahlenwerte Nutzen ziehen. Die allgemeine Entwicklung des Flugzeugbaues schöpft aber ihre Richtlinien zum großen Teil aus einer anderen Quelle, nämlich aus den Erfahrungen und Überlegungen, welche an die nichtstationäre Bewegung des Flugzeugs anknüpfen, und bei welchen die Gesichtspunkte der Flugsicherheit (Stabilität), der Steuerbarkeit (Wendigkeit) und der Beanspruchung im Vordergrunde stehen. Aussagen von Flugzeugführern, unvorhergesehene Unglücksfälle und unsichere Überlegungen haben in der ersten Zeit der Flugtechnik hier den Ausschlag gegeben; an deren Stelle klare Rechnungen und wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse treten zu lassen, ist das Ziel der Flugzeugdynamik. Aus tastenden Anfängen ist diese Wissenschaft gerade in der Zeit entstanden, über welche auf unserer Versammlung berichtet werden soll; denn erst in den letzten Jahren sind die Erfahrungen über die Luftkräfte weit genug gediehen, um eine brauchbare Grundlage für eine Dynamik des Flugzeugs abzugeben. Was heute geschaffen ist, kann man auch durchaus noch nicht als etwas Fertiges ansehen; aber vielleicht sind die von der Theorie herausgearbeiteten Gesichtspunkte stark genug, um als Fundament exakter Experimente und technischer Weiterentwicklung zu dienen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1924

Authors and Affiliations

  • L. Hopf
    • 1
  1. 1.AachenDeutschland

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