Die Eingriffe bei der Halsrippe

  • H. J. Denecke
Part of the Allgemeine und Spezielle Chirurgische Operationslehre book series (OPERATIONSLEHRE, volume 5 / 0)

Zusammenfassung

Nicht alle Halsrippen bedürfen der operativen Behandlung. Häufig wird diese Fehlbildung zufällig bei irgendeiner Untersuchung als Nebenbefund festgestellt. Diese Fehlbildung wurde zwar schon Mitte des 18. Jahrhunderts beschrieben, ist aber erst 1869 durch GRUBER, der bereits 76 Fälle gesammelt hatte, in einer Monographie in allen ihren Formen geschildert und hierdurch dem allgemeinen ärztlichen Interesse nähergebracht worden. Seitdem haben sich die Fälle stark vermehrt, so daß Schreiber allein aus dem Schrifttum von 1914–1936 647 Fälle, davon 85% doppelseitig und 73% bei Frauen zusammenstellen konnte. Auch die doppelseitigen Fälle machen in der Regel nur einseitig Beschwerden. Die Beschwerden werden dadurch verursacht, daß die Gefäße und Nerven der Supraclaviculargrube, also der Plexus brachialis und die A. axillaris, über die Halsrippe hinwegziehen, wie sonst über die erste Rippe, und hierdurch hochgehoben und entweder dauernd oder nur bei gewissen Bewegungen gezerrt werden. Es handelt sich also meist um eine rein mechanische Beeinflussung. Daraus geht hervor, daß die Halsrippe eine gewisse Länge besitzen muß, um Erscheinungen hervorrufen zu können, d. h. sie muß so weit nach vorn reichen, daß sie den Verlauf des Plexus und der Arterie kreuzt (s. Abb. 558). Die geringsten Grade der Mißbildung nach der Einteilung Grubers verursachen also nie Beschwerden, werden auch daher nie, oder nur bei einer zufälligen Röntgenaufnahme festgestellt, wenn andere Begleiterscheinungen, wie die ziemlich häufig auftretende Skoliose bei Keilwirbelbelbildung Erscheinungen machen und die Ræntgenuntersuchung veranlassen.
Abb. 558

Schema der Lagebeziehungen von Wirbelsäule mit doppelseitiger Halsrippe (blau) zu den Gefäßen und Nerven des Halses in der Supraclaviculargegend

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1953

Authors and Affiliations

  • H. J. Denecke
    • 1
  1. 1.Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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