Zusammenfassung

In den Kap. II und III wurde der vor der Durchörterung herrschende primäre Spannungszustand des Gebirges untersucht, und es wurde dem nachher eintreten­den sekundären Spannungszustand besondere Beachtung geschenkt. Die in beiden Fällen auftretenden Spannungen werden, wie bereits erwähnt wurde, vielfach ohne Unterschied als Gebirgsdruck bezeichnet; eine einheitliche Definition dieses Begriffes besteht nicht, und es ist notwendig sie herbeizuführen. Um zu einer klaren Bezeichnungsweise zu kommen, ist vorerst eine grundlegende Feststellung zweckmäßig. Im Tunnel- und Stollenbau muß das Gebirge als mittragender Bestandteil des Bauwerkes betrachtet werden. Das statische System besteht daher aus dem Ausbau, sei er zeitweilig oder endgültig, und dem Gebirge. Die statische Mitwirkung des Gebirges ist so bedeutungsvoll, daß ohne ihr Bestehen der Aus-führungsmöglichkeit von Tnnel- und Stollenbauten nur ganz enge Grenzen gesetzt wären. Wenn nämlich das Gebirge nicht mittragend wäre, müßte der Ausbau immer so bemessen werden, daß er in der Lage ist, jenen Spannungs­zustand wiederherzustellen, der vor der Durchörterung bestand; der Ausbau müßte also die lotrechten Spannungen p v und die waagrechten Spannungen p h und u. U. tektonische Spannungen aufnehmen können. Eine ganz einfache Rechnung zeigt, daß diese Bedingung schon bei geringer Tiefe unter der Geländeoberfläche nicht mehr erfüllbar ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG., Berlin/Göttingen/Heidelberg 1962

Authors and Affiliations

  • Hermann Kastner
    • 1
  1. 1.InnsbruckÖsterreich

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