Die Profeten

  • Klaus Koch
Part of the Verständliche Wissenschaft book series (VW, volume 83)

Zusammenfassung

Nichts hat die israelitische Religion so tief geprägt wie die profetische Bewegung. Nichts im Alten Testament aber ist dem modernen Leser schwerer zugänglich als die profetischen Schriften. Das rührt daher, daß ihre Verfasser zwar mit großartiger Intensität des Gedankens begabt sind, aber auf eine systematische Darstellung verzichten, keinerlei philosophische Interessen zeigen. Sie ergreifen bei bestimmten Gelegenheiten das Wort und tun einen kurzen Ausspruch kund; sie sind also Gelegenheitsredner, Orakelspender, wo die Lage es erfordert. Daraus erklärt sich der aphoristische Charakter ihrer Äußerungen (der durch die viel zu lange, im Mittelalter entstandene Kapitelabteilung weithin unkenntlich geworden ist). Schwerwiegender noch ist, daß sich die profetische Rede nicht als Resultat gedanklicher Überlegungen und Anstrengungen, sondern als Eingebung von oben versteht. Auf Gesichte und wundersam vernommene Laute beruft sich der Profet. Er ist nichts anderes als Bote Jahwäs und beginnt deshalb die entscheidenden Sprüche mit der Wendung „So hat Jahwä gesprochen“. Visionen und Auditionen sind uns Modernen fremd. Sie wirken auf uns als psychologische Kuriositäten, was sie für die Zeitgenossen keineswegs waren.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1963

Authors and Affiliations

  • Klaus Koch
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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