Über einen neuen Kreiselkompaß

  • Th. Bruger

Zusammenfassung

Seit einigen Jahren ist dem altehrwürdigen Magnetkompaß ein bemerkenswerter Konkurrent in dem Kreiselkompaß entstanden, dessen Konstruktion an die etwa 60 Jahre alten Foucault sehen Versuche anknüpft. Während die theoretische Behandlung des Kreiselproblems seit Foucault wiederholt in Angriff genommen ist und allerdings auch erst in neuerer Zeit zu einem gewissen Abschluß gebracht wurde, datieren die erfolgreichen praktischen Arbeiten, welche eine technische Verwertung der Kreiseleigenschaften anstreben, wesentlich erst aus dem 20. Jahrhundert. Sie sind, soweit der Kreisel als Richtungsanzeiger bzw. als Kompaßersatz in Frage kommt, in Deutschland zuerst von Herrn Dr. Anschiitz-Kaempfe durchgeführt und beziehen sich auf zwei verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die den der Schwerkraftwirkung entzogenen Azimut haltenden Kreisel und den sogenannten Meridiankreisel betreffen. Der erstere ist dadurch gekennzeichnet, daß er, unbeeinflußt durch die Schwerkraft, infolge seiner 3 Freiheitsgrade und seines großen scheinbaren Trägheitsmoments lediglich eine einmal eingenommene Richtung seiner Rotationsachse im Raum beibehält, während der Meridiankreisel mit nur 2 vollen Freiheitsgraden unter dem Einfluß der Schwerkraft und der Erdrotation sich mit seiner Rotationsachse so in die Meridianebene einzustellen strebt, daß seine Rotation gleichsinnig mit der der Erde erfolgt.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1913

Authors and Affiliations

  • Th. Bruger
    • 1
  1. 1.Frankfurt a. M.Deutschland

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