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Nutzung von internen und externen Evaluationen in der Schulpraxis

  • Denise DemskiEmail author
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Zusammenfassung

Auf Basis einer Mixed-Methods-Studie an rheinland-pfälzischen Schulen untersucht der vorliegende Beitrag die wahrgenommene Nützlichkeit sowie die selbstberichtete Nutzung von unterschiedlichen Instrumenten der internen und externen Evaluation durch Akteure in der Schulpraxis. Dabei wird auch einem möglichen empirischen Zusammenhang mit der Schulkultur nachgegangen. Es kann auf eine schriftliche Befragung von Schulleitungsmitgliedern (n = 297) und Lehrkräften (n = 1230) zurückgegriffen werden. Zur Exploration der Gründe für die Nutzung bzw. Nicht-Nutzung evidenzbasierter Wissensbestände wurden ergänzend an sieben Schulen insgesamt 35 leitfadengestützte Interviews geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Schulleitungen und Lehrkräfte gleichermaßen insbesondere prozessbezogene Informationsquellen mit Bezug zur konkreten Unterrichtsebene nutzen, während sie den neuen Steuerungsinstrumenten (Schulleistungsvergleiche, Lernstandserhebungen, Schulinspektionen) eine eher geringe Nützlichkeit attestieren und diese Quellen in der Folge auch nur wenig intensiv gebrauchen. Die Evidenznutzung scheint tendenziell an familiären und innovativen Schulen stärker ausgeprägt zu sein als an Schulen mit einer Schwerpunktlegung auf Wettbewerbsfähigkeit und Regelhaftigkeit.

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Authors and Affiliations

  1. 1.AG Schulforschung Institut für ErziehungswissenschaftRuhr-Universität BochumBochumDeutschland

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