Advertisement

Vertrauen schaffen und Lösungen anbieten

Public Affairs in der Gesundheitspolitik zwischen Produktlobbying und Patienteninteressen
  • Holger FriedrichEmail author
  • Rieke Schulz
Chapter
  • 1.9k Downloads

Zusammenfassung

Was haben die beiden Jahre 2005 und 2010 miteinander gemein? Auf den ersten Blick wenig. Dennoch sind beide Jahre Wegmarken in der Regulierung der Krankenbehandlung in Deutschland. Und in beiden Jahren haben Gesetzgeber, Behörden und Öffentlichkeit das Vertrauen verloren, das andere bei der Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen dringend brauchen. Durch prägende Ereignisse in diesen Jahren haben sich die gesetzlichen und regulatorischen Voraussetzungen für den Marktzugang und die Kostenerstattung medizinischer Leistungen in Deutschland fundamental geändert. Seither ist nichts mehr, wie es einmal war: Das System des unbeschränkten Marktzugangs und der freien Preise hat der Gesetzgeber schrittweise aufgehoben und gegen ein System des regulierten Marktzugangs und der kollektiven Preisverhandlung eingetauscht. Vor diesem Hintergrund haben sich auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche politische Begleitung der Markteinführung medizinischer Leistungen, also die Public-Affairs-Arbeit von Herstellern und Anbietern grundlegend geändert. Wie und warum ist es dazu gekommen? Was bedeutet das für künftige Strategien und Optionen von Public-Affairs-Arbeit im deutschen Gesundheitswesen und was für eine begleitende Beratung bei den Verfahren zum Erhalt von Marktzugang und Kostenerstattung?

Literatur

  1. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg) (2015) GKV-Versorgungsstrukturgesetz. Bundesministerium der Gesundheit (BMG). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/v/versorgungsstrukturgesetz.html. Zugegriffen am 01.08.2018
  2. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg) (2016) Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG). Bundesministerium der Gesundheit (BMG). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/arzneimittelmarktneuordnungsgesetz-amnog.html. Zugegriffen am 01.08.2018
  3. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg) (2017a) GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Bundesministerium der Gesundheit (BMG). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/g/gkv-versorgungsstaerkungsgesetz.html. Zugegriffen am 01.08.2018
  4. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg) (2017b) Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung tritt in Kraft. Bundesministerium der Gesundheit (BMG). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2017/april/hhvg.html#c10272. Zugegriffen am 01.08.2018
  5. Dunn WN (2008) Public policy analysis. Pearson Publishing, Upper Saddle RiverGoogle Scholar
  6. Erlei M, Leschke M, Sauerland D (1999) Neue Institutionenökonomik. Schäffer Poeschel, StuttgartGoogle Scholar
  7. F.A.Z. (Hrsg) (2017) EuGH-Urteil: Wohl kein Schmerzensgeld im Implantate-Skandal. Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/eugh-urteil-zum-brustimplantate-skandal-tuev-muss-nicht-zahlen-14880659.html. Zugegriffen am 01.08.2018
  8. Friedrich H (2017) Barrieren oder Sprungbrett für Innovationen? Die Verfahren zur Qualitätssicherung und Methodenbewertung medizinischer Leistungen im deutschen Gesundheitswesen. Welt der Krankenversicherung 7–8:164–167, medhochzwei, HeidelbergGoogle Scholar
  9. Holcombe RG (2016) Advanced introduction to public choice. Edward Elgar, CheltenhamGoogle Scholar
  10. Mukherjee S (2016) Gesetze der Medizin, Anmerkungen zu einer ungewissen Wissenschaft. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  11. Müller MU (2017) Grippemittel Tamiflu: der Irrsinn um ein vermeintliches Wundermittel. Der SPIEGEL, 33/2017Google Scholar
  12. North DC (1990) Institutions, institutional change and economic performance. Cambridge University Press, CambridgeCrossRefGoogle Scholar
  13. Orlowski U, Rau F, Wasem J, Zipperer M (Hrsg) (2018) GKV-Kommentar SGB V. C. F. Müller, HeidelbergGoogle Scholar
  14. Rodrik D, Fernandez R (1991) Resistance to reform: status quo bias in the presence of individual- specific uncertainty. Am Econ Rev 81(5):1146–1155Google Scholar
  15. SWR (2017) Chronologie – Skandal um billige Brustimplantate. Südwestrundfunk (SWF, Hrsg). https://www.swr.de/swraktuell/chronologie-pip-brustimplantate/-/id=396/did=12528710/nid=396/8816xh/index.html. Zugegriffen am 01.08.2018
  16. Verfahrensordnung des G-BA datiert vom 16.08.2018 BAnz AT 05.03.2019 B2 gemäß der Ursprungsfassung vom 18.12.2008 veröffentlicht im BAnz. Nr. 84a (Beilage) vom 10.06.2009. Zugriffsdatum 05.06.2019Google Scholar
  17. World Health Organization (Hrsg) (2011) WHO model list of essential medicines. 17th list (March 2011), World Health Organization (WHO). http://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/70640/a95053_eng.pdf?sequence=1. Zugegriffen am 01.08.2018

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Pathways Public Health GmbHBerlinDeutschland

Personalised recommendations