Advertisement

Dystopische Szenarien und alternative Zukunftsvisionen: Audiovisuelle Inszenierungsstrategien rechtspopulistischer Narrative in aktuellen deutschen und US-amerikanischen Wahlkampfspots

  • Laura Vorberg
Chapter

Zusammenfassung

Die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl 2016 und der deutschen Bundestagswahl 2017 sind nur zwei Symptome, die beispielhaft für das aktuell international zu beobachtende Erstarken politischer Strömungen in westlichen Demokratiesystemen stehen und die in der öffentlichen und akademischen Debatte unter dem Schlagwort „Populismus“ subsumiert werden. Die derzeitige Popularität des Begriffes verweist unzweifelhaft auf das tatsächliche Anwachsen nationalistisch-reaktionärer Kräfte in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung. Im Folgenden soll daher anhand von zwei konkreten Beispielen aus dem Bereich der US-amerikanischen und deutschen TV-Wahlkampfwerbung der Frage „Mit welchen Strategien wirbt zeitgenössischer Rechtspopulismus?“ nachgegangen werden. Über den Vergleich des Stils, Inhalts und der audiovisuellen Ästhetik eines AfD- und eines Trump-Spots lassen sich kulturübergreifend spezifische Inszenierungsstrategien rechtspopulistischer Wahlkampagnen herausarbeiten. Untersucht werden ein 30-sekündiger offizieller Spot der Trump Kampagne 2016 mit den Themenbereichen „Immigration und innere Sicherheit“ sowie der 90-sekündige AfD-Werbespot zur Bundestagswahl 2017.

Literatur

  1. Brader, T. (2006): Campaigning for Hearts and Minds. How Emotional Appeals in Political Ads Work. Chicago und London.Google Scholar
  2. Dörner, A./Vogt, L. (2008): Politik, Ästhetik und Wahlwerbespots. In: Politik im Spot-Format: Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland. Wiesbaden, S. 37–60.Google Scholar
  3. Dunn, S./Tedecso, J.C. (2016): Political Advertising in the 2016 Presidential Election. In: Denton, R.E. (Hrsg.): The 2016 US Presidential Campaign. Basingstoke, S. 99–120.Google Scholar
  4. Edsall, T.B. (2017): The Peculiar Populism of Donald Trump. The New York Times. https://www.nytimes.com/2017/02/02/opinion/the-peculiar-populism-of-donald-trump.html.
  5. Gebhardt, M. (2018): Zwischen Repräsentation und (Real-)Präsenz. Populistische Intervalle und demokratische Temporalstrukturen. In: diskurs. Zeitschrift für innovative Analysen politischer Praxis. Ausgabe 3. Mai 2018, S. 21–44.Google Scholar
  6. Hochschild, A. R. (2017): Fremd in ihrem Land: Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten. Frankfurt am Main.Google Scholar
  7. Kolb, M. (2017): Viel Populismus, kaum etwas Konservatives. Süddeutsche Zeitung. http://www.sueddeutsche.de/politik/antrittsrede-von-donald-trump-viel-populismus-kaum-etwas-konservatives-1.3343192.
  8. Laclau, E. (2005): On Populist Reason. London und New York.Google Scholar
  9. Lakoff, G./Wehling, E. (2007): Auf leisen Sohlen ins Gehirn: Politische Sprache und ihre heimliche Macht. Heidelberg.Google Scholar
  10. Luhmann, N. (1998): Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main.Google Scholar
  11. Müller, J.-W. (2016): Was ist Populismus? Ein Essay. Berlin.Google Scholar
  12. Priester, K. (2012): Linker und rechter Populismus: Annäherungen an ein Chamäleon. Frankfurt am Main.Google Scholar
  13. Schicha, C./Dörner, A. (2008): Einleitung: Parteien zur Bundestagswahl 2005 – Für den Inhalt der Spots sind ausschließlich die Parteien verantwortlich. In: Dörner, A./Schicha, C. (Hrsg.): Politik im Spot-Format: Zur Semantik, Pragmatik und Ästhetik politischer Werbung in Deutschland. Wiesbaden, S. 9–36.Google Scholar
  14. Stegemann, B. (2017): Das Gespenst des Populismus. Ein Essay zur politischen Dramaturgie. Berlin.Google Scholar
  15. Taggart, P. (2000): Populism. Buckingham und Philadelphia.Google Scholar
  16. Viser, M./Herndon.A.W. (2017): Trump campaigned as a populist. He’s not delivering as president. The Boston Globe. https://www.bostonglobe.com/news/politics/2017/12/02/trump/UKAzmRHu29q2RdAXar9skJ/story.html.
  17. Vorberg, L. (2019): Zeiten der Angst. Temporale und emotionale Logiken medialer Performativität des Populismus am Beispiel des US Wahlkampfes 2016. Erscheint in: Engel, L. u. a. (Hrsg.): Zeitlichkeit und Materialität. Interdisziplinäre Perspektiven auf Theorien der Präsenz und des impliziten Wissens (Präsenz und implizites Wissen, Bd. 4). Bielefeld.Google Scholar
  18. Wehling, E. (2016): Politisches Framing. Wie sich eine Nation ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Köln.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Laura Vorberg
    • 1
  1. 1.Institut für Theater- und MedienwissenschaftFriedrich-Alexander-Universität Erlangen-NürnbergErlangenDeutschland

Personalised recommendations