Advertisement

Zur Medialität pädagogischer Beziehungen und der medialen Seite der Bildung

  • Kerstin JergusEmail author
Chapter
Part of the Medien • Kultur • Kommunikation book series (MKK)

Zusammenfassung

Der Beitrag beleuchtet aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive den Zusammenhang von Bildung, Subjekt und Medialität. Ausgehend von den gegenwärtigen Entwicklungen im Lichte digitalisierter Medien wird erörtert, wie die Bildung des Subjekts kategorial und prozedural mit Medialität verbunden ist. Aufgezeigt wird, dass Bildungsprozesse grundlegend eine mediale Seite besitzen. Deutlich wird dies unter anderem daran, dass Technologien des Selbst und des Wissens historisch und systematisch mit Bildung verwoben sind, wie auch pädagogische Beziehungen über Vermittlungsprozesse Gestalt annehmen. Im Ergebnis wird gezeigt, wie die relationierende Vermittlung im ‚Zwischen‘ für Bildungsprozesse grundlegend ist.

Schlüsselwörter

Anerkennung Digitalisierung Humboldt Mediatisierung Öffentlichkeit Pädagogik 

Literatur

  1. Arendt, H. (2000). Die Krise in der Erziehung. In H. Arendt (2000). (Hrsg.), Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Übungen im politischen Denken (Bd. 1, S. 255–269). München: Fink (Erstveröffentlichung 1958).Google Scholar
  2. Balzer, N., & Ricken, N. (2010). Anerkennung als pädagogisches Problem. Markierungen im erziehungswissenschaftlichen Diskurs. In A. Schäfer & C. Thompson (Hrsg.), Anerkennung (S. 35–87). Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  3. Bedorf, T. (2010). Verkennende Anerkennung. Über Identität und Politik. Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  4. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). (2016). Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Berlin.Google Scholar
  5. Butler, J. (2001). Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  6. Comenius, J. A. (1658). Orbis sensualium pictus. Faksimile-Ausgabe. http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost17/Comenius/com_o000.html. Zugegriffen: 17. Dez. 2017.
  7. Dörpinghaus, A. (2003). Von unbewegten und bewegten Bewegern. Bildungstheoretische Vermerke zur Frage nach dem Anfang. Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik, 79(4), 449–461.Google Scholar
  8. Dörpinghaus, A. (2004). Sprache und Sozialität. Über gemeinsame Welten und geteilte Auffassungen. In L. Koch (Hrsg.), Pädagogik und Rhetorik (S. 71–85). Würzburg: Ergon.Google Scholar
  9. Fischer, J., Lindemann, G., & Bedorf, T. (2010). Theorien des Dritten. Innovationen in Soziologie und Sozialphilosophie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  10. Foucault, M. (1974). Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  11. Foucault, M. (1993). Technologien des Selbst. In M. Luther, H. Gutman, & P. Hutton (Hrsg.), Technologien des Selbst (S. 24–62). Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  12. Gamm, G. (2004). Der unbestimmte Mensch. Zur medialen Konstruktion von Subjektivität. Berlin: Philo. Google Scholar
  13. Hepp, A. (2014). Mediatisierung/Medialisierung. In J. Schröter (Hrsg.), Handbuch Medienwissenschaft (S. 191–196). Stuttgart: Metzler.Google Scholar
  14. Hetzel, A. (2011). Alterität und Anerkennung. Einleitende Bemerkungen. In A. Hetzel, D. Quadflieg, & H. Salaverría (Hrsg.), Alterität und Anerkennung (S. 11–34). Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  15. Horkheimer, M. (1985). Der Begriff Bildung. In G. Schmid Noerr (Hrsg.), Max Horkheimer. Gesammelte Schriften: Bd. 8. Vorträge und Aufzeichnungen 1949–1973 (S. 409–419). Frankfurt a. M.: Fischer (Erstveröffentlichung 1952).Google Scholar
  16. Humboldt, W. V. (1980). Theorie der Bildung des Menschen. Bruchstück. In W. V. Humboldt Werke in fünf Bänden: Bd. 1. Schriften zur Anthropologie und Geschichte (3. Aufl., S. 234–240). Darmstadt: Wissenschaftlicher Buchverlag (Erstveröffentlichung 1793).Google Scholar
  17. Humboldt, W. V. (2013). Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluss auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts. Berlin: Holzinger (Erstveröffentlichung 1836).Google Scholar
  18. Jergus, K. (2017). Alterität. Eine Einführung. In A. Kraus, J. Budde, M. Hietzge, & C. Wulf (Hrsg.), Handbuch Schweigendes Wissen. Erziehung, Bildung, Sozialisation und Lernen (S. 202–215). Weinheim: Beltz Juventa.Google Scholar
  19. Jörissen, B. (2017). Digitale Medialität und implizites Wissen. In A. Kraus, J. Budde, M. Hietzge, & C. Wulf (Hrsg.), Handbuch Schweigendes Wissen (S. 439–447). Weinheim: Beltz Juventa.Google Scholar
  20. Kittler, F. (1997). Kommunikationsmedien. In C. Wulf (Hrsg.), Vom Menschen. Handbuch Historische Anthropologie (S. 649–661). Weinheim: Beltz.Google Scholar
  21. Koller, H.-C. (2012). Bildung anders denken. Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  22. Koller, H.-C., & Rieger-Ladich, M. (2005). Grenzgänge: Pädagogische Lektüren zeitgenössischer Romane. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  23. Krämer, S. (1998). Das Medium als Spur und Apparat. In S. Krämer (Hrsg.), Medien, Computer, Realität. Wirklichkeitsvorstellungen und Neue Medien (S. 73–94). Frankfurt a. M.: Fink.Google Scholar
  24. Krotz, F. (2017). Mediatisierung: Ein Forschungskonzept. In F. Krotz, C. Despotovic, & M.-M. Kruse (Hrsg.), Mediatisierung als Metaprozess. Transformationen, Formen der Entwicklung und die Generierung von Neuem (S. 13–32). Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  25. Luhmann, N. (2006). Das Kind als Medium der Erziehung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  26. Masschelein, J. (1996). Pädagogisches Handeln und Verantwortung. Erziehung als Antwort. In J. Masschelein & M. Wimmer (Hrsg.), Alterität, Pluralität, Gerechtigkeit (S. 163–186). Leuven: Academia Verlag.Google Scholar
  27. Masschelein, J., & Simons, M. (2005). Globale Immunität. Oder: Eine kleine Kartographie des europäischen Bildungsraums. Berlin: diaphanes.Google Scholar
  28. Masschelein, J., & Simons, M. (2007). Arme Pädagogik. Über ungetaufte Kinder. Ein Versuch. In A. Schäfer (Hrsg.), Kindliche Fremdheit und pädagogische Gerechtigkeit (S. 231–244). Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  29. Mayer, R., Thompson, C., & Wimmer, M. (2013). Inszenierung und Optimierung des Selbst. Zur Analyse gegenwärtiger Selbsttechnologien. Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  30. McLuhan, M. (1964). Understanding Media. The Extensions of Man. New York: McGraw Hill.Google Scholar
  31. Mersch, D. (2014). Sichtbarkeit/Sichtbarmachung: Was heißt ‚Denken im Visuellen‘? In M. Beck & F. Goppelsröder (Hrsg.), Sichtbarkeiten 2: Präsentifizieren. Zeigen zwischen Körper, Bild und Sprache (S. 17–70). Berlin: Diaphanes.Google Scholar
  32. Meyer-Drawe, K. (1990). Illusionen von Autonomie. Diesseits von Ohnmacht und Allmacht des Ich. München: Fink.Google Scholar
  33. Meyer-Drawe, K. (1995). Von der Marionette zum autopoietischen System. Maschinenbilder in der Pädagogik. Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik, 71(4), 368–373.Google Scholar
  34. Meyer-Drawe, K. (1996). Menschen im Spiegel ihrer Maschinen. München: Fink.Google Scholar
  35. Meyer-Drawe, K. (1997). Maschine. In C. Wulf (Hrsg.), Vom Menschen. Handbuch Historische Anthropologie (S. 726–736). Weinheim: Beltz.Google Scholar
  36. Ode, E. (2014). MOOCs – Anfang oder Ende der modernen Universität? Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik, 90(4), 532–550.CrossRefGoogle Scholar
  37. Pongratz, L., & Bünger, C. (2008). Bildung. In H. Faulstich-Wieland & P. Faulstich (Hrsg.), Erziehungswissenschaft. Ein Grundkurs (S. 110–129). Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  38. Rancière, J. (2002). Das Unvernehmen. Politik und Philosophie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  39. Ricken, N. (2013). Zur Logik der Subjektivierung. Überlegungen an den Rändern eines Konzepts. In A. Gelhard, T. Alkemeyer, & N. Ricken (Hrsg.), Techniken der Subjektivierung (S. 29–47). München: Fink.Google Scholar
  40. Ricken, N. (2016). Pädagogische Professionalität – revisited. Eine anerkennungstheoretische Skizze. In J. Böhme, M. Hummrich, & R.-T. Kramer, (Hrsg.), Schulkultur. Theoriebildung im Diskurs (S. 137–157). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  41. Sanders, O., Besand, A., & Arenhövel, M. (2016). Ambivalenzwucherungen. Breaking Bad aus bildungs-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln. Köln: Halem.Google Scholar
  42. Schäfer, A. (2004). Alterität: Überlegungen zu Grenzen des pädagogischen Selbstverständnisses. Zeitschrift für Pädagogik, 50(5), 706–726.Google Scholar
  43. Schäfer, A. (2011). Das Versprechen der Bildung. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  44. Schäfer, A. (2015). Schulische Leistungsdiskurse. Zwischen Gerechtigkeitsversprechen und pharmazeutischem Hirndoping. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  45. Schäfer, A., & Thompson, C. (2010). Anerkennung. Eine Einleitung. In A. Schäfer & C. Thompson. (Hrsg.), Anerkennung. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  46. Simanowski, R. (2018). Stumme Medien. Vom Verschwinden der Computer in Bildung und Gesellschaft. Berlin: Matthes & Seitz.Google Scholar
  47. Thompson, C. (2009). Bildung und die Grenzen der Erfahrung. Randgänge der Bildungsphilosophie. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  48. Thompson, C., & Jergus, K. (2014). Zwischenraum: Kultur. „Bildung“ aus kulturwissenschaftlicher Sicht. In F. V. Rosenberg, & A. Geimer (Hrsg.), Bildung unter Bedingungen kultureller Pluralität (S. 9–26). Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  49. Tröhler, D. (2016). Educationalization of social problems and the educationalization of the modern world. Encyclopedia of Educational Philosophy and Theory.  https://doi.org/10.1007/978-981-287-532-7_8-1.
  50. Vollbrecht, R., & Wegener, M. (2009). Handbuch Mediensozialisation. Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  51. Wimmer, M. (2009). Vom individuellen Allgemeinen zur mediatisierten Singularität. Sprache als Bildungsmedium bei Humboldt und Derrida. In M. Wimmer, R. Reichenbach, & L. Pongratz (Hrsg.), Medien, Technik und Bildung (S. 57–83). Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  52. Wimmer, M. (2013). Vergessen wir nicht – den Anderen! In H.-C. Koller, N. Ricken, & R. Reichenbach (Hrsg.), Heterogenität – Zur Konjunktur eines pädagogischen Konzepts (S. 219–240). Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  53. Wimmer, M. (2014). Antihumanismus, Transhumanismus, Posthumanismus: Bildung nach ihrem Ende. In S. Kluge, G. Steffens, & I. Lohmann (Hrsg.), Menschenverbesserung – Transhumanismus. Jahrbuch für Pädagogik 2014 (S. 237–265). Frankfurt a. M.: Peter Lang.Google Scholar
  54. Wimmer, M., Reichenbach, R., & Pongratz, L. (2009). Medien, Technik und Bildung. Paderborn: Schöningh.Google Scholar
  55. Zahn, M. (2012). Ästhetische Film-Bildung. Studien zur Materialität und Medialität filmischer Bildungsprozesse. Bielefeld: transcript.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Technische Universität DresdenDresdenDeutschland

Personalised recommendations