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Die Rolle von Organisationen in der industriellen Gesellschaft

  • Niklas Luhmann
Chapter

Zusammenfassung

„Gesellschaftliche Funktionssysteme und Organisationen realisieren einen sehr unterschiedlichen Modus der Inklusion – und damit auch der Exklusion. Funktionssysteme müssen jede Kommunikation annehmen und als ihre eigene erkennen, die ihren Code und ihre Programme benutzt. […] Es gibt unter diesen Umständen keine sinnvolle Exklusion von Personen aus den Funktionssystemen. […] Das genaue Gegenteil findet man in Organisationen – und zwar auch und gerade in den Organisationen, die sich innerhalb von Funktionssystemen bilden. Hier wird in der Form von Eintritt-/Austrittentscheidungen nach Inklusion/Exklusion differenziert. […] Wir können jetzt sehen, daß die Gesellschaft auf diese Weise ein bestimmtes Paradox auflöst. Alle Inklusion ist durch Exklusionen, alle Exklusion durch lnklusionen bedingt. […] Aber die Gesellschaft kann dieses Paradox […] entfalten, indem sie verschiedene Lösungen anbietet und diese miteinander verbindet, nämlich innerhalb ihrer inklusionsoffenen Funktionssysteme Organisationen bildet, die in ihrem Mitgliederbestand geschlossen, wenngleich natürlich mobil und dynamisch sind. Wenn diese Lösung formal eingewöhnt ist, kann es innerhalb des organisierten Bereiches zu Querbeziehungen zwischen den Organisationen kommen. Die Möglichkeiten, bestimmte Positionen zu nutzen, werden der hierarchischen Kontrolle entzogen und in ein Netzwerk wechselseitiger Gefälligkeiten eingebracht. […]. Die Ausbreitung solcher Netzwerke hat die Folge, daß Organisationen nicht mehr steuerbar sind, zumal die Spitze, die ja selbst nur als Teil des Systems entscheiden kann, in den Austausch von Gunsterweisen, ohne den nichts zu bewirken ist, hineingezogen wird.“

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Authors and Affiliations

  • Niklas Luhmann
    • 1
  1. 1.Universität BielefeldBielefeldDeutschland

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