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Wie kommt man zu einer Fallstrukturhypothese?

  • Andreas WernetEmail author
Chapter
Part of the Studientexte zur Soziologie book series (STSO)

Zusammenfassung

Andreas Wernet veranschaulicht am Beispiel an einer Interaktionssequenz zwischen Vater, Mutter und Tochter anlässlich eines Weihnachtsmarktbesuchs den Prozess der Formulierung einer Fallstrukturhypothese. Es wird gezeigt, dass die allmähliche, fallrekonstruktive Erschließung einerseits in detaillierter Analyse des Interaktionsprotokolls erfolgt; der Interpretationsprozess erscheint so als fortschreitende Verdichtung einer Fallstrukturhypothese. Andererseits wird ausgeführt, dass in diesem Prozess zugleich eine Theoriebildung erfolgt, indem die empirischen Rekonstruktionen in einen Verweisungszusammenhang zu einer fallübergreifenden Theoriesprache gerückt werden, so dass die theoretischen Modelle ihrerseits wiederum zur sinnverstehenden Erschließung beitragen. Am Ende des Beitrages werden einige methodologische Implikationen der Beispielinterpretation diskutiert.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Leibniz Universität HannoverHannoverDeutschland

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