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Räume des Sports

Zur Architektur des Stadions
  • Markus SchroerEmail author
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Zusammenfassung

Der Beitrag argumentiert, dass die räumliche Ordnung der Gesellschaft, nach der bestimmte Praktiken an je spezifischen Orten ausgeführt werden, zwar weiterhin Bestand hat, zunehmend aber auch unterlaufen wird, da sich bestimmte Praktiken auch außerhalb der traditionell von ihnen eingenommenen Plätzen auffinden lassen, die räumliche Differenzierung also durch eine räumlichen Entdifferenzierung herausgefordert wird. Dieses Phänomen einer räumlichen Diffusion wird am Beispiel der Religion plausibilisiert: Auch religiöse Praktiken werden nicht mehr nur an den ihnen exklusiv zugedachten Plätzen ausgeübt, sondern finden auch an profanen Orten und in neu errichteten Gebäuden statt, wo sie sich neben anderen, zeitgleich stattfindenden Praktiken behaupten müssen. Zeitgleich zu dieser Öffnung des Sakralen zum Profanen orientieren sich Profanbauten an sakralen Vorbildern. Infolge dieser räumlichen Inversion ist Gebäuden nicht immer mehr länger von außen anzusehen, welche Praktiken hier bevorzugt stattfinden, womit die Lesbarkeit der Gebäude erschwert und die Orientierungs- und Deutungsanstrengungen der Nutzer deutlich erhöht werden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Universität MarburgMarburgDeutschland

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