Wie grenzt man Staaten aus?

Ein ethnomethodologisches Logbuch des „Falles“ Österreich in der EU im Jahr 2000
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Zusammenfassung

Der Text befasst sich mit diskursiver Wirklichkeitskonstruktion und beantwortet die Frage, wie es gelingt, einen souveränen Staat innerhalb der Europäischen Union auszugrenzen. Die Analyse basiert auf den Vorgängen im Rahmen der Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) im Jahr 2000. Es werden basale Instrumente von Ausgrenzung aufgezeigt, wobei das dazu nötige Theoriegerüst den Konzepten der Ethnomethodologie entnommen ist. Einer Darstellung des sinnstiftenden Bezugsrahmens europäischer Ordnungskonstruktion schließt sich eine Analyse jener Diskurse an, die im Januar und Februar 2000 in der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten stattgefunden haben. Dabei wird einesteils gezeigt, welche Durchschlagskraft Bezugnahmen auf für unverfügbar gehaltene „Werte“ und auf Gemeinsinniges bei der Ausgrenzung hatten; andernteils werden generelle einsetzbare Methoden und deren diskreditierende, stigmatisierende und letztlich ausgrenzende Wirkung entfaltet.

Schlagworte

Europäische Union Österreich Ausgrenzung Ethnomethodologie 

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Authors and Affiliations

  1. 1.CDU-Landesgeschäftsstelle SachsenDresdenDeutschland

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