Advertisement

Annäherungen an Georg Simmel

  • Rüdiger LautmannEmail author
  • Hanns Wienold
Chapter

Zusammenfassung

Das sozialwissenschaftliche Werk von Georg Simmel präsentiert sich in zwei umfangreichen Büchern und überaus vielen Aufsätzen, deren thematische Vielfalt und auch Zersplitterung auf die Ideenvielfalt verweist, ohne dabei einen theoretischen Zusammenhang vermissen zu lassen. Simmel hat das Denken über den Individualismus und die deutsche Art über die Moderne nachzudenken begründet. Das Fach Soziologie hat sich davon sowohl theoretisch wie auch zu empirischer Arbeit inspirieren lassen, ohne dem Autor die Ehre eines Disziplingründers zukommen zulassen. Simmel stiftet eine Linie des soziologischen Denkens, das Konflikte, Seelenregungen und Emotionen ernst nimmt und damit der Orthodoxie der Ordnungssoziologie zuwiderläuft. Der Beitrag widmet sich auch zeittypischen Verstrickungen, etwa der Kriegsbegeisterung von 1914 und den Kontakten zur Kunst um 1900, persönlich auch zu Stefan George.Zu feiern ist im Jahre 2018 ein Altersjubiläum von Otthein Rammstedt, der vor kurzem die Edition derGeorg-Simmel-Gesamtausgabe abgeschlossen hat, nach über drei Jahrzehnten intensiver und nur mäßig geförderter Arbeit. Damit wurde ein Klassiker der Soziologie und Philosophie dem Studium in handlichen Bänden zurückgewonnen, dessen Anregungskraft sich auch heute schnell erschließt. Die Herausgeber sind dem Jubilar kollegial und freundschaftlich verbunden, nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit am Lexikon zur Soziologie, die vor fünfzig Jahren in Dortmund von Otthein Rammstedt ins Leben gerufen wurde.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Backhaus, Hans-Georg. 2002. Der widersprüchliche und monströse Kern nationalökonomischer Begriffsbildung. In: I. Fetscher/A. Schmidt (Hg.): Emanzipation als Versöhnung. Zu Adornos Kritik der ‚Warentausch’-Gesellschaft und Perspektiven der Transformation. Frankfurt/M.: Neue Kritik, S. 111-141.Google Scholar
  2. Bauman, Zygmunt. 1992. Moderne und Ambivalenz. Das Ende der Eindeutigkeit. Hamburg: Junius.Google Scholar
  3. Bergmann, Jörg. 2011. Von der Wechselwirkung zur Interaktion – Georg Simmel und die Mikrosoziologie heute. In: H. Tyrell/O. Rammstedt/I. Meyer (Hg.): Georg Simmels große ‚Soziologie‘. Eine kritische Sichtung nach hundert Jahren. Bielefeld: transcript, S. 125-148.Google Scholar
  4. Frisby, David. 1984. Georg Simmels Theorie der Moderne. In: H.J. Dahme/O. Rammstedt (Hg.): Georg Simmel und die Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 9-79.Google Scholar
  5. George, Stefan. 1928. Das Neue Reich. In: Ders., Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 9. Berlin: Bondi.Google Scholar
  6. Gerhardt, Uta. 2003. Dialektik. In: O. Rammstedt (Hg.): Georg Simmels Philosophie des Geldes. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 117-157.Google Scholar
  7. Dies. 2014. Aller Abschluss ist schwer. In: Zyklos. Jahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie 3, S. 261-270.Google Scholar
  8. Gothein, Eberhard. 1909. Gesellschaft und Gesellschaftswissenschaft. In: J. Conrad (Hg.): Handwörterbuch der Staatswissenschaften, Bd. 4. Jena: Fischer. S. 680-706.Google Scholar
  9. Habermas, Jürgen. 1983. Simmel als Zeitdiagnostiker. In: G. Simmel, Philosophische Kultur. Berlin: Wagenbach, S. 243-253.Google Scholar
  10. Honneth, Axel. 1994. Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  11. Köhnke, Klaus Christian. 2013. Georg Simmel als Kulturpolitiker. http://www.europa.clio-online.de/quelle/id/artikel-3861, Abgriff 20.12.2017.
  12. Kracauer, Siegfried. 2011. Werke, Band 5.1. Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  13. Leck, Ralph M. 2000: Georg Simmel and avant-garde sociology. The birth of modernity, 1880–1920. Amherst: Humanity Books.Google Scholar
  14. Levine, Donald N. 2015. Social theory as a vocation. Genres of theory work in sociology. New Brunswick: Transaction.Google Scholar
  15. Lichtblau, Klaus. 1997. Georg Simmel. Frankfurt/M.: Campus.Google Scholar
  16. Ders. 2006. Zwischen allen Stühlen. Simmel im Olymp der Klassiker. In: Soziologische Revue 29, S. 235-241.Google Scholar
  17. Martus, Steffen. 2007. Werkpolitik. Zur Literaturgeschichte kritischer Kommunikation vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  18. Meyer, Ingo. 2016. Georg Simmel zwischen Philosophie, Soziologie und Ästhetik. Abschluss der Gesamtausgabe und Forschung der letzten Jahre. In: Philosophische Rundschau 63, S. 103-122 sowie 224-262.Google Scholar
  19. Ders. 2017. Georg Simmels Ästhetik. Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  20. Mičko, Marian. 2010. Walter Benjamin und Georg Simmel. Wiesbaden: Harrassowitz.Google Scholar
  21. Müller, Hans-Peter. 2006. Geld und Geltung. Der enigmatische Simmel. In: Soziologische Revue 29, S. 242-247.Google Scholar
  22. Nedelmann, Birgitta. 1984. Georg Simmel als Klassiker soziologischer Prozeßanalysen. In: H. J. Dahme/O. Rammstedt (Hg.): Georg Simmel und die Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 91-115.Google Scholar
  23. Norton, Robert Edward. 2002. Secret Germany. Stefan George and his circle. Ithaca: Cornell Univ. Press.Google Scholar
  24. Paul, Axel T. 2012. Die Gesellschaft des Geldes. 2. Aufl. Wiesbaden: VS.Google Scholar
  25. Rammstedt, Angela. 1999. Kurt Hiller und Georg Simmel. In: Simmel Newsletter 9, Nr. 1, S. 73-83.Google Scholar
  26. Rammstedt, Otthein. 1988. Die Attitüden der Klassiker als unsere soziologischen Selbstverständlichkeiten. In: Ders. (Hg.): Simmel und die frühen Soziologen. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 275-307.Google Scholar
  27. Reichelt, Helmut. 2008. Neue Marx-Lektüre. Zur Kritik sozialwissenschaftlicher Logik. Hamburg: VSA.Google Scholar
  28. Röttgers, Kurt. 2011. Die ‚Große Soziologie‘ und die ‚große‘ Philosophie. In: H. Tyrell/O. Rammstedt/I. Meyer (Hg.): Georg Simmels große ‚Soziologie‘. Eine kritische Sichtung nach hundert Jahren. Bielefeld: transcript, S. 69-81.Google Scholar
  29. Schermer, Henry, und D. Jary. 2013. Form and dialectic in Georg Simmel’s sociology. A new interpretation. London: Palgrave Macmillan.Google Scholar
  30. Schmidt, Gert. 2003. Simmel, Rammstedt und die Folgen – Der Versuch einer ansprechenden Ansprache zum Anlass der Emeritierung von Otthein Rammstedt. In: C. Papilloud/C. Rol (Hg.): Mélanges. Otthein Rammstedt zum 65. Geburtstag. In: Simmel Studies 13, Nr. 1, S. 263-269.Google Scholar
  31. Susman, Margarete. 1959. Die geistige Gestalt Georg Simmels. Tübingen: Mohr/Siebeck.Google Scholar
  32. Susman, Margarete. 1958. In: K. Gassen/M. Landmann (Hg.): Buch des Dankes an Georg Simmel. Tübingen: Mohr/Siebeck, S. 278-291.Google Scholar
  33. Tyrell, Hartmann. 2011. Georg Simmels ‚große‘ Soziologie (1908). In: H. Tyrell/O. Rammstedt/I. Meyer (Hg.): Georg Simmels große ‚Soziologie‘. Eine kritische Sichtung nach hundert Jahren. Bielefeld: transcript, S. 9-68.Google Scholar
  34. Wagner, Gerhard. 2012. Die Wissenschaftstheorie der Soziologie. München: Oldenbourg.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität BremenBremenDeutschland
  2. 2.Universität MünsterMünsterDeutschland

Personalised recommendations