Advertisement

Öffentlich-mediale Bilder von Kindern und Kindheiten

Die antizipierten Bedürfnisse von Kindern im Diskurs um Social Freezing
  • Desirée SchmidtEmail author
Chapter
  • 2.6k Downloads

Zusammenfassung

Der Beitrag befasst sich mit den Konstruktionsprozessen von Kindern und Kindheiten im medialen Diskurs um Social Freezing. Im Fokus steht die Untersuchung der öffentlich hervorgebrachten Konstruktionen von Kindern und Kindheiten, insbesondere die Figur des bedürftigen Kindes sowie die Frage nach der diskursiven Rahmung des Überganges zur Elternschaft im öffentlichen Diskurs um die Eizell-Kryokonservierung. Die eingenommene Forschungsperspektive orientiert sich dabei an der Wissenssoziologischen Diskursanalyse, die sich als Forschungsprogramm mit der Analyse gesellschaftlicher Wissensverhältnisse beschäftigt. Die Materialgrundlage stellen wöchentliche, überregional erscheinende Zeitungen und ausgewählte Wochenmagazine dar. Anhand des bisher rekonstruierten Materials zum medialen Diskurs um Social Freezing wird gezeigt, dass mit antizipierten Bedürfnissen eines (fiktiven) Kindes argumentiert wird, welche u. a. als Legitimationsstrategie zur Verschiebung einer Schwangerschaft in Anspruch genommen werden. Social Freezing wird darüber als familienbiographischer Coup präsentiert, da sowohl den Bedürfnissen der (zukünftigen) Eltern als auch den Bedürfnissen der (fiktiven) Kinder Rechnung getragen werden kann.

Schlagwörter

Kindheitsbilder Konstruktion von Kindern und Kindheiten Social Freezing Wissenssoziologische Diskursanalyse 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Alanen, L. (2005). Kindheit als generationales Konzept. In H. Hengst & H. Zeiher (Hrsg.), Kindheit soziologisch (S. 65–82). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  2. Andresen, S., & Diehm, I. (2006). Einführung. In S. Andresen & I. Diehm (Hrsg.), Kinder, Kindheiten, Konstruktionen. Erziehungswissenschaftliche Perspektiven und sozialpädagogische Verortungen (S. 9–21). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  3. Beck-Gernsheim, E. (1997). Die Kinderfrage. Frauen zwischen Kinderwunsch und Unabhängigkeit (3. Aufl.). München: C.H. Beck.Google Scholar
  4. Beck-Gernsheim, E. (2010). Was kommt nach der Familie? Alte Leitbilder und neue Lebensformen (3. Aufl.). München: C.H. Beck.Google Scholar
  5. Bernardi, L., Klärner, A., & von der Lippe, H. (2008). Job Insecurity and the Timing of Parenthood: A Comparison between Eastern and Western Germany. European Journal of Population, 24(3), 287–313.Google Scholar
  6. Bischoff, S., & Knoll, A. (2015). Förderbedürftige Kindheit – Zur Konstruktion eines Kindheitsbildes aus der Sicht von Eltern. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 10(4), 415–429.Google Scholar
  7. Bozzaro, C. (2013). Ein Kind ja, aber erst irgendwann… Überlegungen zum Einsatz von Egg- und Ovarian-Tissue Freezing. In G. Maio, T. Eichinger & C. Bozzaro (Hrsg.), Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin. Ethische Herausforderungen der technisierten Fortpflanzung (S. 233–249). Freiburg/München: Karl Alber.Google Scholar
  8. Bühler-Niederberger, D. (2005a). Kindheit und die Ordnung der Verhältnisse. Von der gesellschaftlichen Macht der Unschuld und dem kreativen Individuum. Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  9. Bühler-Niederberger, D. (2005b). Einleitung: Der Blick auf das Kind – gilt der Gesellschaft. In D. Bühler-Niederberger (Hrsg.), Macht der Unschuld. Das Kind als Chiffre (S. 9–22). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  10. Bühler-Niederberger, D., Hungerland B., & Bader A. (1999). Minorität und moralische Instanz – der öffentliche Entwurf von Kindern. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation, 19(2), 128–150.Google Scholar
  11. Feiler, J. (2017). Risiken auf Eis gelegt. Über (Un-)Sichtbarkeiten von Mutterschaft im Diskurs um ‚Social Freezing‘. In E. Tolasch & R. Seehaus (Hrsg.), Mutterschaften sichtbar machen. Sozial- und kulturwissenschaftliche Beiträge (S. 227–239). Opladen/Berlin/Toronto: Barbara Budrich.Google Scholar
  12. Fuhs, B. (2004). Kindheit. In H.-H. Krüger & C. Grunert (Hrsg.), Wörterbuch Erziehungswissenschaft (S. 274–280). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  13. Funcke, D., & Thorn, P. (2010). Statt einer Einleitung: Familie und Verwandtschaft zwischen Normativität und Flexibilität. In D. Funcke & P. Thorn (Hrsg.), Die gleichgeschlechtliche Familie mit Kindern. Interdisziplinäre Beiträge zu einer neuen Lebensform (S. 11–33). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  14. Gheaus, A. (2015). The ‘Intrinsic Goods of Childhood’ and the Just Society. In A. Bagattini & C. Macleod (Hrsg.), The Nature of Children´s Well-Being. Theory and Practice (S. 35–52). Heidelberg/ New York/London: Springer.Google Scholar
  15. Hengst, H., & Zeiher, H. (2005). Von Kinderwissenschaften zu generationalen Analysen. Einleitung. In H. Hengst & H. Zeiher (Hrsg.), Kindheit soziologisch (S. 9–23). Wiesbaden: VSGoogle Scholar
  16. Kaufmann, F.-X. (1990). Zukunft der Familie. Stabilität, Stabilitätsrisiken und Wandel der familialen Lebensformen sowie ihre gesellschaftlichen und politischen Bedingungen. München: C.H. Beck.Google Scholar
  17. Kelle, H. (2009). Kindheit. In S. Andresen, R. Casale, T. Gabriel, R. Horlacher, S. Larcher Klee & J. Oelkers (Hrsg.), Handwörterbuch Erziehungswissenschaft (S. 464–477). Weinheim/Basel: Beltz.Google Scholar
  18. Keller, R. (2007). Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. Wiesbaden: VS.Google Scholar
  19. Keller, R. (2011). Wissenssoziologische Diskursanalyse. Grundlegung eines Forschungsprogramms (3. Aufl.). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  20. Keller, R., & Truschkat, I. (2014). Angelus Novus: Über alte und neue Wirklichkeiten der deutschen Universitäten. Sequenzanalyse und Deutungsmusterrekonstruktion in der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. In M. Nonhoff, E. Herschinger, J. Angermüller, F. Macgilchrist, M. Reisigl, J. Wedl, D. Wrana & A. Ziehm (Hrsg.), Diskursforschung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Band 2: Methoden und Analysepraxis. Perspektiven auf Hochschulreformdiskurse (S. 294–328). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  21. Kränzl-Nagl, R., & Mierendorff, J. (2007). Kindheit im Wandel. Annäherungen an ein komplexes Phänomen. SWS-Rundschau, 47(1), 3–25.Google Scholar
  22. Kränzl-Nagl, R., & Wintersberger, H. (1998). Über die Bilder von Kindheit. Medienimpulse, 7(25), 4–12.Google Scholar
  23. Lange, A. (1996). Formen der Kindheitsrhetorik. In H. Zeiher, P. Büchner & J. Zinnecker (Hrsg.), Kinder als Außenseiter? Umbrüche in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Kindern und Kindheit (S. 75–95). Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  24. Lange, A., & Mierendorff, J. (2009). Methoden der Kindheitsforschung. Überlegungen zur kindheitssoziologischen Perspektive. In M.-S. Honig (Hrsg.), Ordnungen der Kindheit. Problemstellungen und Perspektiven der Kindheitsforschung (S. 183–210). Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  25. Müller, G. (2005). Die Macht des Bildes – das Kind im politischen Plakat. In D. Bühler-Niederberger (Hrsg.), Macht der Unschuld. Das Kind als Chiffre (S. 149–183). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  26. Nawroth, F. (2015). Social Freezing. Kryokonservierung unbefruchteter Eizellen aus nicht-medizinischen Indikationen. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  27. Peuckert, R. (2008). Familienformen im sozialen Wandel (7. Aufl.). Wiesbaden: VS.Google Scholar
  28. Reich, K. (2002). Kindheit als Konstrukt oder die Konstruktionen der Kinder? In R. Voß (Hrsg.), Unterricht aus konstruktivistischer Sicht. Die Welten in den Köpfen der Kinder (S. 247–257). Neuwied/Kriftel: Luchterhand.Google Scholar
  29. Schutter, S. (2012). Diskursanalyse. In F. Heinzel (Hrsg.), Methoden der Kindheitsforschung. Ein Überblick über Forschungszugänge zur kindlichen Perspektive (2. Aufl.) (S. 248–259). Weinheim/Basel: Beltz Juventa.Google Scholar
  30. Thole, W., Göbel, S., & Milbradt, B. (2013). Kinder und Kindheiten im Blick unterschiedlicher Fachkulturen. In M. Stamm & D. Edelmann (Hrsg.), Handbuch frühkindliche Bildungsforschung (S. 23–36). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  31. Thole, W., Lochner, B., & Schmidt, D. (2014). Bilder von Kindern und Kindheit in wissenschaftlichen und pädagogischen Diskursen. In J. Brachmann, C. Lübcke & A. Schwertfeger (Hrsg.), Jugend – Perspektiven eines sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldes (S. 65–76). Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.Google Scholar
  32. Zeiher, H. (2013). Kindheit im Zeitraster – Altersnormen strukturieren den Verlauf. In C. Förster, K. Höhn & S. Schreiner (Hrsg.), Kindheitsbilder – Familienrealitäten. Prägende Elemente in der pädagogischen Arbeit (S. 34–39). Freiburg/Basel/Wien: Herder.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.KasselDeutschland

Personalised recommendations