Digitale Ungleichheiten

Chapter

Zusammenfassung

Medien stellen relevante Faktoren bei der Persönlichkeitsbildung, der kulturellen und politischen Teilhabe und in Hinblick auf die Ausbildungs- und Erwerbsfähigkeit dar. In Zeiten wachsender Mobilität, mannigfaltiger Entgrenzungen und umfassender Digitalisierung nehmen digitale Medien einen zentralen Stellenwert bezüglich der gesellschaftlichen Informationsverteilung, der Kommunikationsmöglichkeiten und der Unterhaltungsmöglichkeiten ein. Zugleich ist fraglich, ob mediale Potentiale von allen gleichermaßen genutzt werden können und damit die Teilhabe aller Gesellschaftsmitglieder durch digitale Medien erhöht wird oder ob mit digitalen Medien nicht auch exkludierende Wirkungen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen einhergehen (vgl. Zillien und Haufs-Brusberg 2014, S. 12f.; Kümmel et al. 2004, S. 8.). Digitale Ungleichheiten können ihren Ursprung im ungleich verteilten Zugang zum Internet haben: Da das Internet in zahlreichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen eine zentrale Rolle spielt, würden diejenigen, die keinen oder nur einen begrenzten Zugang zum Internet haben, marginalisiert (vgl. Zilien und Haufs-Brusberg 2014, S. 77). Digitale Ungleichheiten können darüber hinaus in unterschiedlichen Nutzungspraxen und Wirkungsweisen digitaler Medien begründet sein. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet Zugangs-, Nutzungs- und Beteiligungsmöglichkeiten unterschiedlicher Gesellschaftsmitglieder.

Schlagworte

Internetzugang Internetnutzung Mediensozialisation Informationskompetenz (digitale) Teilhabe 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bichler, M. 2009. Medienumgang sozial benachteiligter Kinder im Kontext ihrer prekären Lebensverhältnisse. Ergebnisse einer österreichischen Panelstudie. tv diskurs 47: 50-53.Google Scholar
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Hrsg. 2016. Werkstattbuch Medienerziehung. Zusammenarbeit mit Eltern – in Theorie und Praxis. http://www.gmk-net.de/fileadmin/pdf/Materialien-Artikel/werkstattbuch2016.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  3. Carstensen, T. 2009. Gender Trouble im Web 2.0: Gender Relations in Social Network Sites, Wikis and Weblogs. International Journal of Gender, Science and Technology 1, 105-127 http://genderandset.open.ac.uk/index.php/genderandset/article/viewFile/18/31. Zugegriffen: 03. März 2017.
  4. Carr, D. 2005. Contexts, gaming pleasures, and gendered preferences. Simulation & Gaming 36/4: 464-482.Google Scholar
  5. D21-Digital-Index 2016. http://initiatived21.de/app/uploads/2017/01/studie-d21-digital-index-2016.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  6. Döhring, N. 2015. Die YouTube-Kultur im Gender-Check. medien + erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik. 59: 17-24.Google Scholar
  7. Eveland, W. P. und D. A. Scheufele. 2000. Connecting News Media use with Gaps in Knowledge and Participation. Political Communication 17: 215-237.Google Scholar
  8. Fritz, J., C. Lampert, J. H. Schmidt und T. Witting, Hrsg. 2011. Kompetenzen und exzessive Nutzung bei Computerspielern: Gefordert, gefördert, gefährdet. Berlin: Vistas.Google Scholar
  9. Gapski, H., Hrsg. 2009. Jenseits der digitalen Spaltung. Gründe und Motive zur Nichtnutzung von Computer und Internet. München und Düsseldorf: Schriftenreihe Medienkompetenz des Landes Nordrhein-Westfalen.Google Scholar
  10. Groen, M. und A. Schröder. 2014. Crowd-Control für die Gaming-Community – Formen der Begegnung mit unerwünschtem Verhalten in MMOGs. In Spielwelt – Weltspiel. Narration, Interaktion und Kooperation im Computerspiel, Hrsg. W. Kaminski und M. Lorber. München: Kopäd.Google Scholar
  11. Groen, M. und T. Witting. 2016. There Are No Girls on the Internet. Gender und Kommunikation in Online-Gaming-Szenen. In Kommunikationskulturen in digitalen Welten. Konzepte und Strategien der Medienpädagogik und Medienbildung, Hrsg. M. Brüggemann, T. Knaus und D. M. Meister, 179-182. München: Kopäd.Google Scholar
  12. Hargittai, E. und P. DiMaggio. 2001. From the »Digital Divide« to »Digital Inequality«: Studying Internet Use as Penetration Increases. Working Paper#19. Center for Arts and Cultural Policy Studies. Woodrow Wilson School. Princeton University.Google Scholar
  13. Hill, B. M. und A. Shaw. 2013. The Wikipedia gender gap revisited: Characterizing survey response bias in peer production communities. PLOS ONE. doi: 10.1371/journal.pone.0065782. Zugegriffen: 03. März 2017.
  14. Instituts für Jugendkulturforschung. 2017. Gerüchte im Netz. https://www.saferinternet.at/fileadmin/files/SID_2017/Pr%C3%A4sentation_PK_Safer_Internet_Day_2017.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  15. JIM 2016. JIM-Studie 2016. Jugend-Information-(Multi-)Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2016/JIM_Studie_2016.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  16. Kammerl, R. 2016. Intensive und exzessive Internetnutzung in Familien. In Werkstattbuch Medienerziehung. Zusammenarbeit mit Eltern – in Theorie und Praxis, Hrsg. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 78-88. http://www.gmk-net.de/fileadmin/pdf/Materialien-Artikel/werkstattbuch2016.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  17. Khanna, A. 2012. Nine out of ten Wikipedians continue to be men: Editor Survey. https://meta.wikimedia.org/wiki/Research:Wikipedia_Editors_Survey_2011_April. Zugegriffen: 03. März 2017.
  18. KIM 2016. KIM-Studie 2016. Kindheit, Internet, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland. https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/KIM/2016/KIM_2016_Web-PDF.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  19. Klaus, E., M. Pater und U. Schmidt. 1997. Das Gendering neuer Technologien. Durchsetzungsprozesse alter und neuer Kommunikationstechnologien. Das Argument 39 (6): 803-818.Google Scholar
  20. Koch, W. und B. Frees. 2016. Dynamische Entwicklung bei mobiler Internetnutzung sowie Audios und Videos Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016. http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=568. Zugegriffen: 03. März 2017.
  21. Kubicek, H., U. Schmid und H. Wagner. 1997. Bürgerinformation durch „neue“ Medien? Analysen und Fallstudien zur Etablierung elektronischer Informationssysteme im Alltag. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  22. Kutscher, N. 2010. Digitale Ungleichheit: Soziale Unterschiede durch Mediennutzung. In Soziale Arbeit und Medien, Hrsg. G. Cleppien und U. Lerche, 153-163. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  23. Kutscher, N. und H.U. Otto. 2014. Digitale Ungleichheit – Implikationen für die Betrachtung medialer Jugendkulturen. In Digitale Jugendkulturen, Hrsg. K.U. Hugger, 283-300. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  24. Kümmel, A., L. Scholz und E. Schumacher. 2004. Einführung in die Geschichte der Medien. Paderborn: Fink.Google Scholar
  25. Lampert, C. und M. Rechlitz. 2016. „In der Theorie ist das natürlich immer super einfach, aber in der Praxis …“. Anforderungen an und Ansatzpunkte für eine gelingende Medienerziehung in der Familie. In Werkstattbuch Medienerziehung. Zusammenarbeit mit Eltern – in Theorie und Praxis, Hrsg. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 37-46. http://www.gmk-net.de/fileadmin/pdf/Materialien-Artikel/werkstattbuch2016.pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  26. Lenz, T. und N. Zillien. 2005. Medien und soziale Ungleichheit. In Mediensoziologie. Grundfragen und Forschungsfelder, Hrsg. M. Jäckel, 237-252. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  27. McNamee, S. 1998. Youth, gender and video games: power and control in the home. In Cool Places. Geographies of youth cultures, Hrsg. T. Skelton, T. und G. Valentine, 195-206. London und New York: Routledge.Google Scholar
  28. Mossberger, K., C. J. Tolbert und M. Stansbury. 2003. Virtual Inequality: Beyond The Digital Divide. Georgetown University Press.Google Scholar
  29. Paus-Hasebrink, I. und M. Bichler (unter Mitarbeit von C. Wijnen). 2008. Mediensozialisationsforschung. Theoretische Fundierung und Fallbeispiel sozial benachteiligter Kinder. Innsbruck, Wien, Bozen: Studien Verlag.Google Scholar
  30. Reagle, R. 2013. „Free as in sexist?“ Free culture and the gender gap. First Monday 18 (1) http://firstmonday.org/article/view/4291/3381. Zugegriffen: 03. März 2017.
  31. Ring, S., K. Demmler und K. Lutz, Hrsg. 2014. Computerspiele und Medienpädagogik. Konzepte und Perspektiven. München: Kopäd.Google Scholar
  32. Röhm, A. 2016. Destigmatisierung und soziale Medien. Selbstbestimmung, Empowerment und Inklusion? medien + erziehung. Zeitschrift für medienpädagogik. 60 (3): 17-24.Google Scholar
  33. Röser, J. und C. Peil. 2010. Diffusion und Teilhabe durch Domestizierung. Zugänge zum Internet im Wandel 1997-2007. Medien & Kommunikationswissenschaft. 58 (4): 481-502. http://dx.doi.org/10.5771/1615-634x-2010-4-481. Zugegriffen: 03. März 2017.
  34. Schmidt, J.H. und M. Drosselmeier. 2011. Computerspiele(n) als zeitliches Phänomen. In Kompetenzen und exzessive Nutzung bei Computerspielern: Gefordert, gefördert, gefährdet, Hrsg. J. Fritz, C. Lampert, J.H. Schmidt und T. Witting, 181-200. Berlin: Vistas.Google Scholar
  35. Schönberger, K. 1999. Internet zwischen Spielwiese und Familienpost. Doing Gender in der Netznutzung. In Neue Medienwelten. Zwischen Regulierungsprozessen und alltäglicher Aneignung, Hrsg. E. Hebecker, F. Kleemann, H. Neymanns und M. Stauff, 259-281. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  36. Min, S. J. 2010. From the Digital Divide to the Democratic Divide: Internet Skills, Political Interest, and the Second-Level Digital Divide in Political Internet Use. Journal of Information Technology & Politics. 7 (1): 22-35.Google Scholar
  37. Steiner, O. und M. Goldoni, M. 2011. Medienkompetenz und medienerzieherisches Handeln von Eltern. Eine empirische Untersuchung von Eltern von 10- bis 17‑jahrigen Kindern in Basel-Stadt. http://www.fhnw.ch/ppt/content/prj/s246-0031/gesamtbericht-pdf. Zugegriffen: 03. März 2017.
  38. Süss, D. 2004. Mediensozialisation von Heranwachsenden. Dimensionen – Konstanten – Wandel. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  39. Tichenor, P., G. Donohue und C. Olien. 1970. Mass Media Flow and Differential Growtz in Knowledge. Public Opinion Quarterly 34: 159-170.Google Scholar
  40. Tillmann, A. 2017. Genderbeben im Internet? Aushandlung von Geschlecht im Kontext von Internet. medien + erziehung. Zeitschrift für medienpädagogik. 61 (1): 19-27.Google Scholar
  41. Wagner, U., C. Gebel und C. Lampert, Hrsg. 2013. Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie. Schriftenreihe Medienforschung der LfM. Bd. 72. Berlin: Vistas.Google Scholar
  42. Wartberg, L., M. Rosenkranz, L. Hirschhäuser, S. Hein, C. Schwinge, R. Kammerl, K. U. Petersen und R. Thomasius. 2014. The Interdependence of Family Functioning and Problematic Internet Use in a Representative Quota Sample of Adolescents. Cyberpsychology, Behavior and Social Networking 17 (1): 14-18.Google Scholar
  43. Wartberg, L., L. Kriston, R. Kammerl, K.U. Petersen und R. Thomasius. 2015. Prevalence of Pathological Internet Use in a Representative German Sample of Adolescents: Result of a Latent Profile Analysis. Psychopathology. International Journal of Descriptive and Experimental Psychopathology, Phenomenology and Psychiatric Diagnosis 48 (1): 25-30. DOI:  10.1159/000365095. Zugegriffen: 03. März 2017.
  44. Wartberg, L., A. Aden, M. Thomsen und R. Thomasius. 2015. Zusammenhänge zwischen familialen Aspekten und pathologischem Internetgebrauch bei Jugendlichen. Eine Übersicht. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 43 (1): 9-19.Google Scholar
  45. Wikimedia Foundation (2011). Editor survey 2011. Technical report, San Francisco, CA. https://meta.wikimedia.org/wiki/Editor_Survey_2011. Zugegriffen: 03. März 2017.
  46. Wingen, M. 1997. Familienpolitik. Grundlagen und aktuelle Probleme. Stuttgart: UTB.Google Scholar
  47. Witting, T. 2013. Vergemeinschaftungsprozesse im Kontext digitaler Spiele. In Soziologische Perspektiven auf digitale Spiele. Virtuelle Handlungsräume und neue Formen sozialer Wirklichkeit, Hrsg. D. Compagna und S. Derpmann, 173-184. Konstanz: UVK.Google Scholar
  48. Wotanis, L. und McMillian, L. 2014. Performing Gender on YouTube. Feminist Media Studies 14 (6): 912-928, DOI:  10.1080/14680777.2014.882373. Zugegriffen: 03. März 2017.
  49. Zillien, N. und M. Haufs-Brusberg. 2014. Wissenskluft und Digital Divide. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  50. Zillien, N. 2008. Auf der anderen Seite. Zu den Ursachen der Internet-Nichtnutzung. Medien & Kommunikationswissenschaft 56 (2): 209-226.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.WolfenbüttelDeutschland

Personalised recommendations