Nachhaltigkeit von Beschäftigung

Anmerkungen für Deutschland
Chapter

Zusammenfassung

Mit einem Blick auf die Beschäftigungssituation in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union glänzt Deutschland derzeit mit Erfolgsmeldungen. Die relativ gute Performanz des deutschen Arbeitsmarktes ist einerseits gerechtfertigt, so etwa im Vergleich zu südeuropäischen Staaten. Auf der anderen Seite gilt es für Deutschland zu hinterfragen, ob und inwiefern sich der hiesige Arbeitsmarkt nachhaltig und damit zukunftsfest entwickelt. Der Beitrag geht in erster Linie auf Einkommensaspekte, aber auch auf soziale Ungleichheit in der Verteilung von Beschäftigung und Einkommen ein. Kennziffern, wie die Quote der relativen Einkommensarmut oder die Arbeitslosenquote werden allgemein oft mit Bezügen zur sozialen Ungleichheit dargestellt. Selten finden sich jedoch Debatten, welche in die entgegengesetzte Richtung argumentieren und soziale Ungleichheit als Mitursache für eine suboptimale Performanz einer Volkswirtschaft ansehen, so beispielsweise in Bezug auf das Wirtschaftswachstum oder mit Blick auf die Lebenszufriedenheit einer Gesellschaft. Auch diese Perspektive soll der Beitrag ansprechen, um die Nachhaltigkeit von Beschäftigungsmustern auch jenseits von sozialer Gerechtigkeit bewerten zu können.

Schlagworte

poor working/working poor Niedriglohn atypische Beschäftigung, workfare/welfare, Durchlässigkeit des Bildungssystems/Bildung und Teilhabe Vereinbarkeit von Familie und Beruf 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Albig, H., M. Clemens, F. Fichtner, S. Gebauer, S. Junker und K. Kholodilin. 2017. Wie steigende Einkommensungleichheit das Wirtschaftswachstum in Deutschland beeinflusst. DIW Wochenbericht 10: 159-168.Google Scholar
  2. Becker, I. 2002. Frauenerwerbstätigkeit hält Einkommensarmut von Familien in Grenzen. Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung 1: 126-146.Google Scholar
  3. Bertelsmann Stiftung, Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund, Institut für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Hrsg. 2017. Chancenspiegel – eine Zwischenbilanz Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme seit 2002. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  4. Biermann, P. und H. Welsch. 2016. Poverty is a Public Bad: Panel Evidence from Subjective Well-being Data. SOEPpaper 885. http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.550210.de/diw_sp0885.pdf. Zugegriffen: 25. August 2017.
  5. Blank, F., C. Logeay, E. Türk, J. Wöss und R. Zwiener. 2016. Alterssicherung in Deutschland und Österreich: Vom Nachbarn lernen? WSI-Report 27. https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_27_2016.pdf. Zugegriffen: 27. März 2017.
  6. BMAS, Hrsg. 2016. Schlussbericht – Evaluation der bundesweiten Inanspruchnahme und Umsetzung der Leistungen für Bildung und Teilhabe: Kurzfassung mit Empfehlungen. Göttingen und Nürnberg: BMAS.Google Scholar
  7. Busch, A. und E. Holst. 2008. Verdienstdifferenzen zwischen Frauen und Männern nur teilweise durch Strukturmerkmale zu erklären. DIW-Wochenbericht 15: 184-190.Google Scholar
  8. Deutscher Städtetag. 2011. Startschwierigkeiten des Bildungspaketes werden immer mehr überwunden – 27 Prozent Anträge in 100 Städten. Berlin: Pressemeldung vom 28. Juni 2011.Google Scholar
  9. DPWV, Hrsg. 2017. Menschenwürde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung 2017. Berlin: DPWV.Google Scholar
  10. EKD und DBK, Hrsg. 1997. Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland. Hannover: EKD.Google Scholar
  11. EUROSTAT. 2016. Verdienststrukturerhebung: Jeder sechste Arbeitnehmer in der Europäischen Union ist Niedriglohnempfänger. Große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7762332/3-08122016-AP-DE.pdf/f6abdcb1-ec9c-46ef-ae73-822cb-905b04d. Zugegriffen: 27. März 2017.
  12. Gießelmann, M. 2009. Arbeitsmarktpolitischer Wandel in Deutschland seit 1991 und das Working Poor-Problem: Einsteiger als Verlierer des Reformprozesses? Zeitschrift für Soziologie 3: 215-238.Google Scholar
  13. Goebel, J., R. Habich und P. Krause. 2008. Einkommen – Verteilung, Armut und Dynamik. In Datenreport 2008, Hrsg. DESTATIS/GESIS-ZUMA/WZB, 163-172. Bonn: DESTATIS.Google Scholar
  14. Goebel, J, M. Gornick und H. Häußermann. 2010. Polarisierung der Einkommen: Die Mittelschicht verliert. DIW-Wochenbericht 24: 2-8.Google Scholar
  15. Grabka, M. und J. Goebel. 2017. Realeinkommen sind von 1991 bis 2014 im Durchschnitt gestiegen – erste Anzeichen für wieder zunehmende Einkommensungleichheit. DIW-Wochenbericht 4: 71-82.Google Scholar
  16. Grabka, M. und P. Krause. 2005. Einkommen und Armut von Familien und älteren Menschen. DIW-Wochenbericht 9: 155-162.Google Scholar
  17. Hassink, W. und G. Russo. 2008. The Part-Time Wage Gap: a Career Perspective. De Economist 156: 145-174.Google Scholar
  18. Hirsch, B., M. König und J. Möller. 2009. Lohnanstand von Frauen in der Stadt kleiner als auf dem Land. IAB-Kurzbericht 22.Google Scholar
  19. Hohendammer, C. und U. Walwei. 2014. Arbeitsmarkteffekte atypischer Beschäftigung. WSI-Mitteilungen 4: 239-246.Google Scholar
  20. Holst, E. 2000. Die Stille Reserve am Arbeitsmarkt. Größe – Zusammensetzung – Verhalten. Berlin: Edition Sigma.Google Scholar
  21. Holst, E. 2007. Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern liegen näher beieinander als tatsächliche Arbeitszeiten. DIW-Wochenbericht 14-15: 209-215.Google Scholar
  22. IW. 2011. Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Entwicklung, Struktur und individuelle Erwerbsverläufe. Köln: IW.Google Scholar
  23. Kaiser, L. C. 2008. Arbeitsmarktflexibilität, Arbeitsmarktübergänge und Familie: Die Europäische Perspektive. In Flexibilisierung – Folgen für Familie und Sozialstruktur, Hrsg. M. Szydlik, 295-313. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  24. Kaiser, L. C. 2016. Besser früher fördern als (zu) spät quotieren – Gleichstellung und geschlechtsspezifische Karriereeinschätzungen im Öffentlichen Dienst. Deutsche Verwaltungspraxis 5: 186-194.Google Scholar
  25. OECD. 2007. Pensions at a Glance. Public Policies across OECD Countries. Paris: OECD.Google Scholar
  26. Sachverständigenkommission zum Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. 2017. Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten. Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Berlin. www.gleichstellungsbericht.de/gutachten2gleichstellungsbericht.pdf. Zugegriffen: 23. März 2017.
  27. Schank, T., C. Schnabel und J. Stephani. 2009. Geringverdiener: Wem und wie gelingt der Aufstieg. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 5: 584-614.Google Scholar
  28. Schiersch, A. 2014. Atypische Beschäftigung und Unternehmenserfolg. DIW Roundup 45. Politik im Fokus. Berlin: DIW.Google Scholar
  29. Seifert, H. 2017. Wie lassen sich Entwicklung und Strukturen atypischer Beschäftigungsverhältnisse erklären? WSI-Mitteilungen 1: 5-15.Google Scholar
  30. Windhoff-Héretier, A. 1987. Policy-Analyse. Eine Einführung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.KölnDeutschland

Personalised recommendations