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Management von Netzwerken in der Sozialwirtschaft

  • Herbert SchubertEmail author
Chapter
Part of the Basiswissen Sozialwirtschaft und Sozialmanagement book series (BSUS)

Zusammenfassung

Das Management organisierter Netzwerke baut auf drei Säulen auf: (A) kontinuierliche Organisation eines Informationssystems, (B) die Sicherung der Prozessabläufe des Aufbaus und des Zusammenwirkens – z. B. durch eine Koordination – sowie (C) die Flankierung der Zusammenarbeit mit einer nachhaltigen Qualitätsentwicklung. Der Informationsaustausch muss die Ereignisse im Netzwerk transparent halten und einer Unübersichtlichkeit vorbeugen. Das Informationssystem muss ein angemessenes Netzwerkcontrolling sicherstellen. Dazu sind kontinuierlich planungs- und steuerungsrelevante Informationen über das Netzwerk, über die beteiligten Organisationen und über die Impulse aus der Umwelt zu erheben, auszuwerten und in den Prozess des Netzwerks einzuspeisen. Die zentrale Managementsäule der Sicherung der Prozessabläufe umfasst die strategische Vorbereitung, die Planung bzw. den Aufbau der Kooperation, die Koordination der Abstimmung unter den Akteuren, die operative Durchführung kooperativer Maßnahmen und die Evaluation der Vernetzung. In der Vorbereitung kommen der Strategischen Situationsanalyse und Analysen, wer die potenziellen Netzwerkakteure sind und wie sie bereits vernetzt sind, ein wichtiger Stellenwert zu. Für die Aufbauorganisation eines organisierten Netzwerks sind drei Komponenten bedeutsam: (1) Die Basis eines Strukturnetzwerks, (2) die darauf aufbauenden Themenoder Handlungsnetzwerke und (3) die Koordination. Die Qualitätsentwicklung hat – als dritte Managementsäule – die Funktion, die fachliche Programmierung des Netzwerks sicherzustellen. Dazu werden an den Schnittstellen des Austausches oder der Kooperation Standards definiert und vereinbart. Die Qualitätssicherung organisierter Netzwerke setzt auf der Basisebene der Schnittstellen von Akteurspaaren an, die sich gegenseitig (informations- oder adressatenorientiert) befähigen und entlasten können. Als wichtiges Handwerkszeug wird dazu die Prozesskettenanalyse verwendet.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Technische Hochschule KölnKölnDeutschland

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