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Interessenvertretung von (zeitweise) Selbstständigen in der Medienbranche

  • Veronika MirschelEmail author
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Zusammenfassung

Die Medienbranche ist seit jeher Vorreiterin in Sachen Flexibilisierung und damit auch wechselnder, hybrider Erwerbsformen. Seit Gründung der Bundesrepublik haben Gewerkschaften Erfahrungen mit der Interessenvertretung von (zeitweise) Selbstständigen gesammelt. Dabei waren sie konfrontiert mit Arbeitsformen, die dem Ideal der Selbstverwirklichung durch freiberufliches Schaffen entsprachen – aber auch mit der anderen Seite der Medaille: der Entbetrieblichung und der damit oftmals einhergehenden Ausbeutung formal Selbstständiger in miserabler ökonomischer und sozialer Abhängigkeit von Auftraggebern und Auftraggeberinnen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und ihre Vorgängerorganisationen, speziell die Industriegewerkschaft Medien, haben sich dieser Herausforderung gestellt und frühzeitig Ideen entwickelt, neue Formen der Kollektivierung – auch für die soziale Absicherung Selbstständiger – zu entwickeln. Eine Reflexion der in der Medienbranche gesammelten Erfahrungen mit verschiedenen Formen hybrider Erwerbsverläufe – noch bevor erkennbar wurde, wie sehr die Hybridisierung der Erwerbsbiografien zum Charakteristikum vieler Dienstleistungsbranchen würde – kann als good-practise-Beispiel gewerkschaftlicher Interessenvertretung die Weiterentwicklung kollektiver Interessenvertretung in der Arbeitswelt 4.0 inspirieren.

Schlüsselwörter

Soziale Sicherung Selbstständiger Tarife Selbstständiger Gewerkschaft Beratung Selbstständiger Künstlersozialkasse 

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Authors and Affiliations

  1. 1.ver.diBerlinDeutschland

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