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Weiterentwicklung zur „IT der zwei Geschwindigkeiten“

  • Hinrich SchröderEmail author
  • Arno Müller
Chapter
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Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Die vorgestellten Überlegungen zeigen einen Weg auf, das Ziel-Modell einer IT-Organisation systematisch zu entwickeln und Handlungsempfehlungen insbesondere im Hinblick auf den Aufbau von künftig benötigten Skills abzuleiten. Dies kann einen Beitrag dazu leisten, digitale Transformation aktiv zu gestalten, d. h. Veränderungen nicht nur anzustoßen, sondern bis zur erfolgreichen Umsetzung zu begleiten.

Die vorgestellten Überlegungen zeigen einen Weg auf, das Ziel-Modell einer IT-Organisation systematisch zu entwickeln und Handlungsempfehlungen insbesondere im Hinblick auf den Aufbau von künftig benötigten Skills abzuleiten. Dies kann einen Beitrag dazu leisten, digitale Transformation aktiv zu gestalten, d. h. Veränderungen nicht nur anzustoßen, sondern bis zur erfolgreichen Umsetzung zu begleiten.

Dabei ist zu beachten, dass die Unternehmens-IT häufig mehrere Rollen wahrnimmt, die teilweise konträr zueinander stehen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der für das Management der „IT als Service Provider“ erforderlichen Organisation und jener, die benötigt wird, um eine neue IT mit unsicherer Technik und rascher Änderung zu beherrschen. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Organisationen in der Lage sein, beides zu tun. Beidhändiges Management sollte in der Lage sein, die „reife IT“ basierend auf Kosten und Qualität und die „neue Welt“ der IT basierend auf Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit gleichzeitig zu steuern. Diese „IT der zwei Geschwindigkeiten“ (Mingay und Mesaglio 2016) erfordert es, die hier vorgestellte Aufgabenanalyse und -zuordnung nicht nur ganzheitlich für alle IT-Services, sondern selektiv für jeden IT-Service durchzuführen. Es bietet sich daher an, das hier vorgestellte Modell in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Bei der Trennung der IT in einen auf Effizienz und Sicherheit ausgerichteten Bereich und einen zweiten, der auf Agilität und Kundennähe (Effektivität) fokussiert ist, sind die von dem IT Service unterstützten Prozesse zu analysieren Supportprozesse wie Leistungsabrechnung, Personaladministration oder Beschaffung erfordern in der Praxis oft eine geringe Agilität. Hier sind Organisationsmodelle mit strenger Trennung von Supply und Demand sowie formalisierte Prozessen oft sinnvoll. Für IT-Services mit hohen Anforderungen an die Kundennähe und Agilität ist dagegen eine enge Verzahnung von Business und IT erforderlich, und die Hauptverantwortung für IT wird tendenziell eher im Fachbereich zu verankern sein.

Die Agilität der IT bei der Entwicklung neuer Services ergibt sich aus der Gestaltung der Abläufe und der operativen Zusammenarbeit der Beteiligten. Veränderungsbereitschaft und Geschwindigkeit bei der Umsetzung entstehen nur in Strukturen, die eine multifunktionale Zusammenarbeit im Prozess erfolgreich umsetzen. Deshalb ist zumindest im Bereich der „Speed IT“ darauf zu achten, dass Aufgabenträger mit Kundenwissen, Prozesswissen sowie analytischen Fähigkeiten mit den IT-Experten in Teams zusammenarbeiten. Moderne Methodensets des IT-Management wie Scrum, Design Thinking, DevOps etc. haben als ein gemeinsames Merkmal die Bündelung aller notwendigen Skills zur Lösung eines für den Kunden wichtigen Problems – multifunktionale Kollaboration ist hier die Regel. Im Rahmen der Digitalisierung muss die IT eng mit dem Business verzahnt und integraler Bestandteil des Business werden. Für die Corporate IT heißt das, dass sie den Aufbau von IT Kompetenz in den Fachbereichen aktiv mitgestalten sollte und sich selbst auf die Koordination und Fragen der Governance konzentriert. Das oben beschriebene Szenario 4 der IT-Organisation als Koordinator scheint somit die zukünftige Rolle der IT am besten wiederzugeben. Im Rahmen der Transformation stellt das die IT-Leitung vor eine große Herausforderung, da dies in vielen Fällen ein neues Selbstverständnis der IT bedeutet.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule der WirtschaftNORDAKADEMIEElmshornDeutschland

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