Advertisement

Zum Umgang mit Widersprüchen in der sonderpädagogischen Diskussion um Inklusion

  • Karl-Ernst Ackermann
Chapter

Zusammenfassung

Die sonderpädagogische Inklusionsdebatte wird unter anderem von weitreichenden Leitvorstellungen und Ansprüchen bestimmt, die in der Regel ebenso ungeklärt bleiben wie die damit einhergehenden Widersprüche. Die hieraus resultierenden latenten Spannungsfelder führen zusammen mit dem gegenwärtig konstatierten Theoriedefizit im sonderpädagogischen Inklusionsdiskurs zu theoretischen Selbstmissverständnissen und blockieren das Praxisprojekt Inklusion. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Spannungsfelder sich im Blick auf das Thema Exklusion – Inklusion abzeichnen, welche Widersprüche identifiziert werden können und wie konzeptionell damit umgegangen werden soll. Mit Benkmann wird ausgehend von der Bedeutung gesellschaftlicher Exklusion für das sonderpädagogische Projekt Inklusion zunächst aus soziologischer Sicht (Kronauer) die Abhängigkeit der Inklusion vom Arbeitsmarkt und der Einlösung sozialer Rechte verdeutlicht. Aus differenztheoretischer Sicht werden drei zentrale Spannungsfelder der sonderpädagogischen Inklusionsdebatte um das Thema „Differenz“ expliziert (Katzenbach). Und im Konzept der „trilemmatischen Inklusion“ (Boger) lassen sich Widersprüche der Inklusion systematisch in den sonderpädagogischen Blick nehmen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Ahrbeck, B. (2014). Inklusion. Eine Kritik (Brennpunkt Schule). Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  2. Adorno, T. W. (1997). Negative Dialektik (9. Aufl., Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft: Vol. 113). Frankfurt a.M.: Suhrkamp.Google Scholar
  3. Becker, U. (2015). Die Inklusionslüge: Behinderung im flexiblen Kapitalismus. X-Texte zu Kultur und Gesellschaft. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  4. Benkmann, R. (2014). Inklusive Bildung in Zeiten roher Bürgerlichkeit. Gemeinsam leben, 22 (2), 68–77.Google Scholar
  5. Benkmann, R. (2015). Gemeinschaftsschule im Kontext gesellschaftlicher Exklusion. In Siedenbiedel, C. & Theurer, C. (Hrsg.), Grundlagen inklusiver Bildung. Teil 2. Entwicklung zur inklusiven Schule und Konsequenzen für die Lehrerbildung (S. 348-359). Immenhausen: Prolog.Google Scholar
  6. Bernhard, A. (2015). Inklusion – Ein importiertes erziehungswissenschaftliches Zauberwort und seine Tücken. In S. Kluge, A. Liesner & E. Weiß (Hrsg.), Inklusion als Ideologie (Jahrbuch für Pädagogik, S. 109–120). Frankfurt a.M.: Peter Lang Edition.Google Scholar
  7. Boger, M.-A. (2015). Theorie der trilemmatischen Inklusion. In I. Schnell (Hrsg.), Herausforderung Inklusion. Theoriebildung und Praxis (S. 51–62). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.Google Scholar
  8. Dederich, M. (2013). Philosophie in der Heil- und Sonderpädagogik (Nachbarwissenschaften der Heil- und Sonderpädagogik, Bd. 2). Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  9. Heitmeyer, W. (Hrsg.). (2010). Deutsche Zustände. Folge 9. Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  10. Heitmeyer, W. (2012). Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) in einem entsicherten Jahrzehnt. In W. Heitmeyer (Hrsg.), Deutsche Zustände. Folge 10 (S. 15–41). Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  11. Hinz, A. (2002). Von der Integration zur Inklusion – terminologisches Spiel oder konzeptionelle Weiterentwicklung. Zeitschrift für Heilpädagogik, 53 (9), 354–361.Google Scholar
  12. Honneth, A. (1992). Kampf um Anerkennung: Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.Google Scholar
  13. Horkheimer, M. (1986): Traditionelle und kritische Theorie. Frankfurt/M.: Fischer (Erstausgabe1937).Google Scholar
  14. Horkheimer, M. / Adorno, W. (1988): Dialektik der Aufklärung. Frankfurt/M.: Fischer.Google Scholar
  15. Jantzen, W. (2015). Inklusion und Kolonialität – Gegenrede zu einer unpolitischen Inklusionsdebatte. In S. Kluge, A. Liesner & E. Weiß (Hrsg.), Inklusion als Ideologie (Jahrbuch für Pädagogik, S. 241–254). Frankfurt a.M.: Peter Lang Edition.Google Scholar
  16. Katzenbach, D. (2015a). Zu den Theoriefundamenten der Inklusion – Eine Einladung zum Diskurs aus der Perspektive der kritischen Theorie. In I. Schnell (Hrsg.), Herausforderung Inklusion. Theoriebildung und Praxis (S. 19–32). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.Google Scholar
  17. Katzenbach, D. (2015b). De-Kategorisierung inklusive? Über Risiken und Nebenwirkungen des Verzichts auf Etikettierungen. In C. Huf & I. Schnell (Hrsg.), Inklusive Bildung in Kita und Grundschule (S. 33–55). Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  18. Katzenbach, D. (2016). Inklusion, psychoanalytische Pädagogik und der Differenzdiskurs. In R. Göppel & B. Rauh (Hrsg.), Inklusion – Zwischen idealistischer Forderung, individueller Förderung und institutioneller Herausforderung (S. 17-29). Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  19. Kluge, S., Liesner, A., & Weiß, E. (Hrsg.). (2015). Inklusion als Ideologie (Jahrbuch für Pädagogik). Frankfurt a.M.: Peter Lang Edition.Google Scholar
  20. Kronauer, M. (2010). Inklusion – Exklusion: Eine historische und begriffliche Annäherung an die soziale Frage der Gegenwart. In M. Kronauer (Hrsg.), Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung. Inklusion und Weiterbildung. Reflexionen zur gesellschaftlichen Teilhabe in der Gegenwart (S. 24–58). Bielefeld: Bertelsmann.Google Scholar
  21. Kronauer, M. (2013). Soziologische Anmerkungen zu zwei Debatten über Inklusion und Exklusion. In R. Burtscher (Hrsg.), Forschung. Zugänge zu Inklusion. Erwachsenenbildung, Behindertenpädagogik und Soziologie im Dialog (S. 17–25). Bielefeld: Bertelsmann.Google Scholar
  22. Kronauer, M. (2014). Matthäuseffekt und Teufelskreis: Zum Problem der Mehrdimensionalität von Inklusion und Exklusion in kapitalistischen Gesellschaften. Mittelweg 36, 23 (2), 79–96.Google Scholar
  23. Kronauer, M. (2015a). Wer Inklusion möchte, darf über Exklusion nicht schweigen. Plädoyer für eine Erweiterung der Debatte. In S. Kluge, A. Liesner & E. Weiß (Hrsg.), Inklusion als Ideologie (Jahrbuch für Pädagogik, S. 147-158). Frankfurt a.M.: Peter Lang Edition.Google Scholar
  24. Kronauer, M. (2015b). Politische Bildung und inklusive Gesellschaft. In C. Dönges, W. Hilpert & B. Zurstrassen (Hrsg.), Didaktik der inklusiven politischen Bildung (Schriftenreihe/Band 1617, S. 18–29). Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung.Google Scholar
  25. Ricken, N., & Reh, S. (2014). Relative und radikale Differenz: Herausforderung für die ethnographische Forschung in pädagogischen Feldern. In A. Tervooren, N. Engel, M. Göhlich, I. Miethe & S. Reh (Hrsg.), Pädagogik. Ethnographie und Differenz in pädagogischen Feldern. Internationale Entwicklungen erziehungswissenschaftlicher Forschung (S. 25–46). Bielefeld: transcript.Google Scholar
  26. Winkler, M. (2014). Inklusion: Nachdenkliches zum Verhältnis pädagogischer Professionalität und politischer Utopie. Neue Praxis, (2), 108–123.Google Scholar
  27. Winkler, M. (2015). Inklusion – die vergessene Dimension: Versuch einer Vergewisserung. Jugendhilfe, 53 (1), 5–13.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Humboldt-Universität zu BerlinBerlinDeutschland

Personalised recommendations