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Drei Irrwege der Wohnungspolitik

  • Michael VoigtländerEmail author
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Zusammenfassung

Die Politik reagiert auf die Wohnungsknappheit vor allem mit Regulierungen und Förderungen. Mit der Mietpreisbremse soll die Steigerung der Mieten moderater und mit Milieuschutzsatzungen die soziale Struktur stabilisiert werden. Die soziale Wohnraumförderung soll Anreize für den Bau von Sozialwohnungen geben, womit Haushalte ihre Wohnkosten reduzieren können. Alle diese Maßnahmen haben aber ihre Tücken und wenden sich zum Teil sogar gegen die Mieter. Die Erfahrungen mit Mietstopps – und auch die Mietpreisbremse ist vielfach ein Mietstopp – zeigen, dass oftmals Haushalte profitieren, die gar keine Unterstützung brauchen. Auf der anderen Seite wird der Markt kleiner, was es gerade sozialschwachen Haushalten erschwert, eine Wohnung zu finden. Auch in der sozialen Wohnraumförderung ist die Treffsicherheit ein großes Problem. Viele Sozialwohnungen werden von Menschen genutzt, die nicht arm sind. Dabei ist die Zahl der bedürftigen Haushalte deutlich größer als die Zahl der Sozialwohnungen. Und der Milieuschutz ist letztlich eine Investitionsbremse, die der Stadt als Ganzes schaden kann. Mit vielen Ansätzen folgt die Wohnungspolitik daher einem Irrweg.

Weiterführende Literatur

Hintergrundinformationen zur Mietpreisbremse:

  1. 1.
    Deschermeier P, Haas H, Hude M et al (2014) Die Folgen der Mietpreisbremse – Eine Analyse am Beispiel der Wohnungsmärkte in Köln und Berlin. IW policy paper, KölnGoogle Scholar

Die internationalen Erfahrungen sind hier ausführlich dargestellt:

  1. 2.
    Turner B, Malpezzi S (2003) A review of empirical evidence on the costs and benefits of rent control. Swed Econ Policy Rev 10:11–56Google Scholar

Über die Probleme der sozialen Wohnraumförderung:

  1. 3.
    Voigtländer M, Schier M (2016) Soziale Wohnraumförderung auf dem Prüfstand. IW-Trends 43(1):21–35Google Scholar

Zum Milieuschutz gibt es bislang eher wenig Literatur, hier gibt es noch großen Forschungsbedarf. Die folgende Studie beschreibt die eher positiven Erfahrungen mit dem Phänomen Gentrifizierung:

  1. 4.
    Cortright J, Mahmoudi D (2014) Lost in place: Why the persistence and spread of concentrated poverty – not gentrification – is our biggest urban challenge. City Observatory, PortlandGoogle Scholar

Wer mehr über die langfristigen Erfahrungen mit der Wohnungspolitik erfahren möchte, sollte folgendes Buch meines Doktorvaters Johann Eekhoff lesen:

  1. 5.
    Eekhoff J (2002) Wohnungspolitik, 2. Aufl. Mohr Siebeck, TübingenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut der deutschen Wirtschaft KölnKölnDeutschland

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