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Warum wird so wenig gebaut?

  • Michael VoigtländerEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Steigt in einem Markt die Nachfrage, sollte das Angebot nachziehen. Schließlich wird es auch attraktiv, mehr zu produzieren, weil über die gestiegene Nachfrage auch die Preise steigen. Dies gilt auch grundsätzlich für den Wohnungsmarkt, doch in den Großstädten funktioniert dieser Mechanismus aktuell nicht. Dass der Wohnungsbau nicht in Schwung kommt, liegt dabei nicht an den Investoren, denn bei niedrigen Zinsen und hohen Wohnungspreisen ist der Einstieg in den Markt sehr attraktiv. Ursächlich ist vielmehr das geringe Baulandangebot, wofür viele Beteiligte verantwortlich sind: Die Kommunalpolitik, weil zu wenig Flächen ausgewiesen werden, die Bürger, die viele Bauvorhaben bekämpfen und nicht zuletzt Grundstückseigentümer, die mit dem Verkauf warten, um höhere Preise zu realisieren. Neben dem fehlenden Bauland sind auch die hohen Neubaukosten relevant. Aufgrund von Auflagen und Standards sind die Kosten des Neubaus so stark gestiegen, dass Neubauten kaum noch mit dem Bestand konkurrieren können, sprich Neubauten nicht in der entsprechenden Menge absetzbar sind. Ein weiterer Kostentreiber sind steuerliche Regeln, namentlich die Grunderwerbsteuer und die Abschreibungssätze. Nicht zuletzt wird in diesem Kapitel auch der Frage nachgegangen, ob es auch einen Mismatch im Wohnungsmarkt gibt: Werden andere Immobilien gebaut als tatsächlich benötigt werden?

Weiterführende Literatur

Die Problematik des fehlenden Baulandangebots habe ich u. a. hier genauer erläutert:

  1. 1.
    Voigtländer M (2015) Optionen für bezahlbaren Wohnraum. Ein policy paper in Kooperation mit dem ZIA Deutschland (Zentraler Immobilien Ausschuss). IW policy paper 14, KölnGoogle Scholar

Auch in dem Abschlussbericht des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum wird der Baulandmangel herausgestellt:

  1. 2.
    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (2016) Bericht zum Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen und zur Wohnungsbau-Offensive. http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Wohnungswirtschaft/buendnis_bezahlbares_wohnen_bauen_bf.pdf. Zugegriffen: 12. Dez. 2016

Die folgende Studie beschreibt die Innenentwicklungspotenziale in den Städten:

  1. 3.
    Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR, Hrsg) (2014) Innenentwicklungspotenziale in Deutschland – Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage und Möglichkeiten einer automatisierten Abschätzung. Sonderveröffentlichung, Bearbeitung. IÖR Dresden, BonnGoogle Scholar

Eine ausführliche Darstellung über die gestiegenen Baukosten bietet zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen:

  1. 4.
    Walberg D, Halstenberg M (2015) Kostentreiber für den Wohnungsbau. Untersuchung und Betrachtung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gestehungskosten und auf die aktuelle Kostenentwicklung von Wohnraum in Deutschland (Bauforschungsberichte), Bd 67. Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, KielGoogle Scholar

Die Effekte der Grunderwerbsteuer auf den Neubau werden hier diskutiert:

  1. 5.
    Hentze T, Voigtländer M (2015) Bedeutung der Grunderwerbsteuer für das Wohnungsangebot. Kurzexpertise für den Deutschen Verband für Wohnungswesen, Stadtordnung und Raumentwicklung, KölnGoogle Scholar

Warum der Abschreibungssatz höher sein sollte, wird hier erläutert:

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    Brügelmann R, Clamor T, Voigtländer M (2013) Abschreibungsbedingungen für den Mietwohnungsneubau. IW-Trends 40(2):63–79Google Scholar

Die Idee einer Buchwertfortschreibung findet sich hier:

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    Eekhoff J (2002) Wohnungspolitik, 2. Aufl. Mohr Siebeck, TübingenGoogle Scholar

Die genannte Studie zu den Sickereffekten:

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    Braun R, Grade J (2016) Beitrag des Eigenheimbaus zur Wohnraumversorgung in NRW. LBS, BonnGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut der deutschen Wirtschaft KölnKölnDeutschland

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