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Alles nur eine spekulative Blase?

  • Michael VoigtländerEmail author
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Zusammenfassung

Die Preise für Wohnungen steigen immer schneller, die Zinsen sind historisch niedrig und Investoren suchen nach Anlagealternativen – genau dies war die Ausgangssituation in den USA, Spanien und Großbritannien Anfang der 2000er Jahre. Und bekanntlich endete der Preisanstieg in einem fulminanten Crash. Droht sich dies in Deutschland zu wiederholen? Das ist eine entscheidende Frage, gerade auch für die Wohnungspolitik. Wenn sich eine spekulative Blase aufbaut, müssen die Reaktionen ganz andere sein, als wenn die Preisanstiege einer tatsächlichen großen Nachfrage nach Wohnungen entsprechen. Spekulative Blasen sind psychologische Phänomene, die einem überbordenden Optimismus in die weitere Preisentwicklung entspringen. Da die Motive der Hauskäufer nicht leicht erfassbar sind, können auch spekulative Blasen nicht mit Sicherheit antizipiert werden. Doch es gibt hilfreiche Ansätze und Frühwarnindikatoren, um die Lage zu beurteilen. Beispiele hierfür sind die Entwicklung der Hypothekendarlehen oder der Vergleich der Mieten mit den Selbstnutzerkosten. Trotz der scheinbaren Analogie zu Spanien oder Großbritannien gibt es in Deutschland entscheidende Unterschiede – dennoch muss der Markt kontinuierlich beobachtet werden.

Weiterführende Literatur

Wer mehr über spekulative Blasen und Exzesse in Vermögensmärkten erfahren möchte, dem seien die folgenden drei Bücher empfohlen:

  1. 1.
    Shiller RJ (2015) Irrationaler Überschwang, 3. Aufl., erw. und komplett überarb. Plassen, KulmbachGoogle Scholar
  2. 2.
    Akerlof GA, Shiller RJ (2009) Animal Spirits: Wie Wirtschaft wirklich funktioniert, 2. Aufl. Campus, Frankfurt a. M.Google Scholar
  3. 3.
    Reinhart CM, Rogoff KS (2010) Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen. FinanzBuch, MünchenGoogle Scholar

Das Zitat von Stiglitz findet sich in folgender Publikation:

  1. 4.
    Stiglitz JE (1990) Symposium on bubbles. J Econ Perspect 4(2):13–18CrossRefGoogle Scholar

Eine ausführlichere Darstellung der Verwerfungen im US-amerikanischen Immobilien- und Immobilienfinanzierungsmarkt bietet u. a. der folgende Beitrag:

  1. 5.
    Jäger M, Voigtländer M (2008) Hintergründe und Lehren aus der Subprime-Krise. IW-Trends 35(3):17–29Google Scholar

Der Wohnnutzerkostenansatz, der einen Ansatz zur Identifikation von spekulativen Blasen darstellt, wird in dem folgenden Beitrag beschrieben und für Deutschland angewendet:

  1. 6.
    Schier M, Voigtländer M (2015) Immobilienpreise. Ist die Entwicklung am deutschen Wohnungsmarkt noch fundamental gerechtfertigt? IW-Trends 42(1):57–73Google Scholar

Die Grafik zu den Selbstnutzerkosten und Mietkosten findet sich hier:

  1. 7.
    Seipelt B, Voigtländer M (2016) Droht eine Überhitzung des deutschen Wohnungsmarktes? Eine Analyse von Mieten und Wohnnutzerkosten für 402 Kreise. ACCENTRO-IW Wohnkostenreport, KölnGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut der deutschen Wirtschaft KölnKölnDeutschland

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