Zur kritischen Funktion zivilgesellschaftlicher Akteure

Chapter

Zusammenfassung

Seit den 1990er Jahren ist die Zahl der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie auch ihre Bedeutung national und international sprunghaft angestiegen. Sie sind inzwischen in verschiedensten Funktionen aktiv. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Initiativen, die zur Demokratisierung von Gesellschaft und Staat sowie zur Zivilisierung internationaler Beziehungen beitragen. So wird ihnen gegenwärtig angesichts einer Staatenwelt, die unter dem Druck zahlreicher Krisen zu erodieren droht, als Organisationen der Gesellschaftswelt gewaltmindernde Transformationskraft zugetraut. Allerdings sind sie nicht immer Aktivposten im Kampf für Menschenrechte, Demokratie, Frieden und Entwicklung. Dies tritt zutage, wenn sie monopolartig und intransparent auftreten, ihre Unabhängigkeit aufgeben, sich kommerzialisieren oder von staatlicher Seite instrumentalisiert bzw. unterdrückt werden. NGOs werden häufig als positiv zu beurteilende Akteure der Zivilgesellschaft eingestuft; das sind sie aber nicht per se, sie können auch negativ zu werten sein.

Stichworte

Krisen Globalisierung Demokratie Gewaltfreiheit Instrumentalisierbarkeit 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Anhelm, Fritz Erich. 2001. Die Zivilgesellschaft und die Kirchen Europas. http://www.loccum.de/material/kirche/kirche-europa.pdf. Zugegriffen: 9. September 2015.
  2. Debiel, Tobias und Monika Sticht. 2005. Entwicklungspolitik, Katastrophenhilfe und Konfliktbearbeitung. NGOs zwischen neuen Herausforderungen und schwieriger Profilsuche. In NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen, hrsg. von Achim Brunnengräber, Ansgar Klein und Heike Walk, 129-171. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  3. Fischer, Martina. 2011. Civil Society in Conflict Transformation: Strengths and Limitations. In Advancing Conflict Transformation, The Berghof Handbook II, hrsg. von Beatrix Austin, Martina Fischer und Hans J. Giessmann, 287-314. Opladen: Barbara Budrich.Google Scholar
  4. Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) (Hrsg.). 2014. Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben – Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance. Eine Studie der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. Hannover: Kirchenamt der EKD.Google Scholar
  5. Klein, Ansgar, Heike Walk und Achim Brunnengräber. 2005. Herausforderer und alternative Eliten. NGOs als Hoffnungsträger einer demokratischen Globalisierung? In NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen, hrsg. von Achim Brunnengräber, Ansgar Klein und Heike Walk, 10-79. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  6. Paffenholz, Thania. 2010. NGO als Friedensbringer? Möglichkeiten und Grenzen. Die Friedens-Warte 85 (4): 11-27.Google Scholar
  7. Paffenholz, Thania und Christoph Spurk. 2006. Civil Society, Civic Engagement, and Peacebuilding. Social Development Papers, Conflict Prevention & Reconstruction, Nr. 36. Washington, DC: Conflict Prevention & Reconstruction.Google Scholar
  8. Schweitzer, Christine. 2009. Erfolgreich gewaltfrei, Professionelle Praxis in ziviler Friedensförderung. Stuttgart: Institut für Auslandsbeziehungen e.V.Google Scholar
  9. Unmüßig, Barbara. 2015. Sechs Thesen zur Rolle von zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Transformation. https://www.boell.de/de/2015/02/10/sechs-thesen-zur-rolle-von-zivilgesellschaftlichenakteuren-der-transformation. Zugegriffen am 10. September 2015.
  10. VENRO et al. 2014. Acht Kernpunkte einer neuen globalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda für die Zeit nach 2015. Positionspapier 1/2014. http://venro.org/uploads/tx_igpublikationen/VENRO-PP_8Kernpunkte_web_FINAL.pdf. Zugegriffen: 10. September 2015.
  11. Wahl, Peter. 2014. Zwischen Innovation und Ohnmacht. Was kann Global Governance zu linker Außenpolitik beitragen? In: In einer aus den Fugen geratenen Welt. Linke Außenpolitik: Eröffnung einer überfälligen Debatte, hrsg. von Paul Schäfer, 44-60. Hamburg: VSA-Verlag.Google Scholar

Kommentierte Literatur

  1. Austin, Beatrix, Martina Fischer und Hans J. Giessmann (Hrsg.). 2011. Advancing Conflict Transformation. The Berghof Handbook II. Opladen: Barbara Budrich. Dieses Handbuch reflektiert den Stand der Debatte aus der Sicht mehrerer Disziplinen zur Theorie und Praxis von gewaltfreier Konflikttransformation.Google Scholar
  2. Brunnengräber, Achim, Ansgar Klein, und Heike Walk (Hrsg.). 2005. NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Der Band bietet eine detaillierte Darstellung von Selbstverständnis, Aktionsformen, Interessen und Grenzen nicht-staatlicher transnationaler Akteure.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

Personalised recommendations