Advertisement

Europäische Bankenunion, die Entwicklung zu einer supranationalen Bankenaufsicht und der österreichische Input Approach als Blueprint für das Meldewesen in Europa

  • Maciej Piechocki
Chapter

Zusammenfassung

Die globale Finanzkrise ab 2007 legte grundsätzliche Schwächen im Bereich der Bankenregulierung offen. Eine Erkenntnis aus der Finanzkrise in der EU war die Notwendigkeit der Errichtung einer gemeinsamen Bankenunion mit einem einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism) und einem einheitlichen Abwicklungsmechanismus (Single Resolution Mechanism). Ein Single Rulebook harmonisiert das Bankenaufsichtsrecht und umfasst viele Gesetzeswerke, darunter die Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie (CRR/CRD IV), die EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Finanzinstituten (BRRD) und die Einlagensicherungsrichtlinie (Deposit Guarantee Scheme Directive).

Die daraus entstehenden Anforderungen an meldepflichtige Institute haben sich als große Herausforderung und Kostentreiber für die Bank-IT erwiesen. Automatisierung und innovative Konzepte wie das österreichische Modell bieten Lösungsmöglichkeiten. Die Kernelemente des österreichischen Modells, der Input-basierte Approach als Alternative zum formularbasierten Ansatz bei der Datenlieferung und die Bündelung von Meldewesenfunktionalität in der „Meldewesenfabrik“ AuRep stellen vielversprechende Ansätze auch für andere europäische Länder dar.

Die Zukunft wird weitere Herausforderungen für die Banken bringen, insbesondere der generelle Trend zu granularem Reporting und die erweiterten täglichen Meldepflichten für europäische Banken ab 2016 – MMSR, MiFID II/MiFIR und SFTR. Die heute auf dem Markt verfügbaren Meldewesenplattformen werden den zukünftigen Anforderungen nicht mehr genügen. Als Antwort darauf sind neue, innovative und flexible IT-Lösungen gefordert – „RegTech“ (Regulatory Technology).

Zusammenfassung

Die globale Finanzkrise ab 2007 legte grundsätzliche Schwächen im Bereich der Bankenregulierung offen. Eine Erkenntnis aus der Finanzkrise in der EU war die Notwendigkeit der Errichtung einer gemeinsamen Bankenunion mit einem einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism) und einem einheitlichen Abwicklungsmechanismus (Single Resolution Mechanism). Ein Single Rulebook harmonisiert das Bankenaufsichtsrecht und umfasst viele Gesetzeswerke, darunter die Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie (CRR/CRD IV), die EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Finanzinstituten (BRRD) und die Einlagensicherungsrichtlinie (Deposit Guarantee Scheme Directive).

Die daraus entstehenden Anforderungen an meldepflichtige Institute haben sich als große Herausforderung und Kostentreiber für die Bank-IT erwiesen. Automatisierung und innovative Konzepte wie das österreichische Modell bieten Lösungsmöglichkeiten. Die Kernelemente des österreichischen Modells, der Input-basierte Approach als Alternative zum formularbasierten Ansatz bei der Datenlieferung und die Bündelung von Meldewesenfunktionalität in der „Meldewesenfabrik“ AuRep stellen vielversprechende Ansätze auch für andere europäische Länder dar.

Die Zukunft wird weitere Herausforderungen für die Banken bringen, insbesondere der generelle Trend zu granularem Reporting und die erweiterten täglichen Meldepflichten für europäische Banken ab 2016 – MMSR, MiFID II/MiFIR und SFTR. Die heute auf dem Markt verfügbaren Meldewesenplattformen werden den zukünftigen Anforderungen nicht mehr genügen. Als Antwort darauf sind neue, innovative und flexible IT-Lösungen gefordert – „RegTech“ (Regulatory Technology).

Literatur

  1. Bun13.
    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin Journal. CRD IV – Regulierungspaket zur Umsetzung von Basel III in der Europäischen Union ab 2014 anzuwenden, Mai 2013. Google Scholar
  2. Bun15.
    Bundesministerium der Finanzen. Fragen und Antworten zur harmonisierten europäischen Einlagensicherung, 2015. www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2014-10-22-harmonisierte-europaeische-einlagensicherung.html. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  3. Deua.
    Deutsche Bundesbank. Glossar, Einheitlicher Abwicklungsmechanismus. www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32028&lv3=178318. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  4. Deub.
    Deutsche Bundesbank. Glossar, Supervisory Board. www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=129548&lv3=178616#178616. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  5. Deu14a.
    Deutsche Bundesbank. Abwicklungsmechanismus für Banken verabschiedet, 2014. www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Themen/2014/2014_04_16_ep_bankenabwicklung.html. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  6. Deu14b.
    Deutsche Bundesbank. Monatsbericht Oktober 2014, 2014. Seite 51 f, www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/2014/2014_10_bankenunion.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  7. Deu15.
    Deutsche Bundesbank. Erhebung granularer Kreditdaten – Analytical Credit Datasets (AnaCredit), 2015. Informationsveranstaltung zu AnaCredit am 20. Mai 2015 im Hause der Deutschen Bundesbank, www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Service/Meldewesen/Bankenstatistik/sachstand_verordnung_methoden_anacredit_05_2015.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen: 1. November 2015.
  8. Dra14.
    M. Draghi. „Towards the banking union: opportunities and challenges for statistics“. Introductory speech by Mario Draghi, President of the ECB, Seventh ECB Statistics Conference, Frankfurt am Main, 15. October 2014, 2014. www.ecb.europa.eu/press/key/date/2014/html/sp141015.en.html. Zugegriffen: 1. November 2015.
  9. Eura.
    European Banking Authority. Implementing Basel III in Europe: CRD IV Regulierungspaket zur Umsetzung von Basel III in der Euorpäischen Union ab 2014 anzuwenden. www.eba.europa.eu/regulation-and-policy/implementing-basel-iii-europe. Zugegriffen: 1. November 2015.
  10. Eurb.
    European Banking Authority. Interactive Single Rulebook. www.eba.europa.eu/regulation-and-policy/single-rulebook/interactive-single-rulebook. Zugegriffen: 1. November 2015.
  11. Eurc.
    European Central Bank. Einheitlicher Aufsichtsmechanismus. www.bankingsupervision.europa.eu/about/thessm/html/index.de.html. Zugegriffen: 1. November 2015.
  12. Eurd.
    European Commission. Deposit Guarantee Schemes. ec.europa.eu/finance/bank/guarantee/index_en.htm. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  13. EUR14a.
    EUR Lex. DIRECTIVE 2014/49/EU OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL of 16 April 2014 on deposit guarantee scheme, 2014. eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32014L0049. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  14. Eur14b.
    European Central Bank. ECB publishes final list of significant credit institutions, 2014. Press Release vom 4. September 2014, www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2014/html/pr140904_2.en.html. Zugegriffen: 1. November 2015.
  15. Eur14c.
    Europäische Kommission. Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM), 2014. ec.europa.eu/finance/general-policy/banking-union/single-supervisory-mechanism/index_de.htm. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar
  16. Nag14.
    J. Nagel. „Wandel der IT-Anforderungen an Banken durch die gemeinsame Bankenaufsicht“. Eingangsstatement 20. Handelsblatt-Jahrestagung Bankentechnologie am 03.12.2014, 2014. www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Reden/2014/2014_12_03_nagel.html. Zugegriffen: 1. November 2015.
  17. PL15.
    M. Piechocki und J. Lux. Reforming regulatory reporting: are we headed toward real-time? BearingPoint Institute Report, Issue 006:S. 56, 2015. Google Scholar
  18. Sch14.
    A. Schubert. „financial statistics of europe in 2020“. Conference of European Statistics Stakeholders, Rome, 24-25 November 2014, 2014. cdss.sta.uniroma1.it/files/site/Abstract/Shubert_Aurel.pdf. Zugegriffen: 1. November 2015. Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Maciej Piechocki
    • 1
  1. 1.BearingPointFrankfurtDeutschland

Personalised recommendations