Der Unfall im Zivilrecht: die Unterwanderung des Schuldprinzips

  • Stefan Andriopoulos
Chapter
Part of the Hamburger Studien zur Kriminologie book series (HSK, volume 21)

Zusammenfassung

Die zivilrechtliche Darstellung des Unfalls im 19. Jahrhundert steht in deutlichem Widerspruch zu den traditionellen Regeln des Privatrechts und wird von literarischen Figuren strukturiert. Schon 1838 wird im preußischen Eisenbahngesetz Haftung für einen Unfall, also zivilrechtliche Verantwortlichkeit, unabhängig von Schuld allein aufgrund der “gefährlichen Natur der Unternehmung” festgeschrieben. Die Figur einer “Verantwortlichkeit ohne Schuld”, die in der Dogmatik unter den Namen Causal- oder Gefährdungshaftung diskutiert wird, setzt sich jedoch in Deutschland nicht direkt gegen das Schuldprinzip durch, sondern unterwandert dieses von innen. Dies zeigt sich sehr deutlich in einem Urteil von 1861, in dem der Eisenbahnbetrieb selbst als “culpose Handlung” aufgefaßt wird, so daß der Begriff der Schuld zwar beibehalten, aber im Sinne von Gefährlichkeit verwendet wird.

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© Centaurus Verlag & Media UG 1996

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  • Stefan Andriopoulos

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