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Utopie und Zeitgenossenschaft

  • Dan DinerEmail author
Chapter
Part of the Technikzukünfte, Wissenschaft und Gesellschaft / Futures of Technology, Science and Society book series (TEWG)

Zusammenfassung

Der Beitrag handelt von einem nicht unwesentlichen Aspekt des utopischen Dranges der 68er-Bewegung – nämlich den durch den Kalten Krieg und die nukleare Bedrohung herbeigeführten, jedenfalls als solchen ubiquitär empfundenen zeitlichen Stillstand in zukunftsfroher Absicht zu durchbrechen. Dieser Stillstand wird als Zeitkäfig beschrieben, innerhalb dessen sozialem Gehäuse eine durch massive Modernisierung erzeugte Beschleunigung ausgelöst wird. Beide Zeitphänomene – das des Zeitkäfigs wie die in ihm sich ausbildenden Beschleunigungsmodi – lösen eine Art kulturelle Explosion aus, die wiederum in eine teleologisches, auf ein utopisches Ziel gerichtetes historisches Denken ebenso wie ein auf unmittelbare Erfüllung gerichtetes Handeln auslöst. Kulturellen wie nationalen Besonderheiten folgend, werden diese Vorstellungen paradoxerweise in der Vergangenheit aufgesucht, um deren massive Unterbrechung durch Regime einer negativen Utopie wie dem Ereignis des Zweiten Weltkriegs in Gestalt einer aufs Neue aufgenommenen Verlängerung in die Zukunft hinein zu heilen.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur e. V. an der Universität LeipzigLeipzigDeutschland

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