Advertisement

Die aktuelle Diversitätsdebatte: Schwierigkeiten mit dem Traum von der Universalität

  • Walter Reese-SchäferEmail author
Chapter
Part of the Technikzukünfte, Wissenschaft und Gesellschaft / Futures of Technology, Science and Society book series (TEWG)

Zusammenfassung

Politiker sehen sich mit einer launischen Wählerschaft konfrontiert, deren Meinungsschwankungen nahezu nicht kalkulierbar sind. Die Diagnose dieser Volatilität wird im Beitrag einer ideengeschichtlichen wie philosophischen Betrachtung unterzogen. Jenes hochgradig dynamische und teilweise widersprüchliche Verhalten lässt sich auch in aktuellen, als progressiv auftretenden sozialen Bewegungen und den dort umkämpften Begriffen und Konzepten wiederfinden – so auch in der diversity-Debatte und deren intellektuellen Mediationsversuchen von Judith Butler. Jedoch steht diese politische Strömung vor ihrem eigenen Widerspruch: die theoretische Tradition, welche ihren Forderungen am ehesten zur Geltung verhelfen würde, der Liberalismus, stößt auf größte Ablehnung, weil die Konstruktion der Subjektivität als Überforderung durch zu viel Metaphysik und zu viel Selbstzwang und damit als aussichtslos empfunden wird. Was bleibt, sind neue Narrationen, welche eine aufklärerische politische Philosophie dann doch wieder in Argumente zu übersetzen vermag, die auch von den Ungläubigen der jeweils neuesten sozialen Mikrobewegungen nachvollzogen werden könnten.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Adorno, Theodor W. [1954] (2003): Beitrag zur Ideologienlehre. In: ders.: Soziologische Schriften I. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 457–477.Google Scholar
  2. Akerlof, George A./ Shiller, Robert J. (2009): Animal Spirits. Wie Wirtschaft wirklich funktioniert. Frankfurt a. M., New York: Campus.Google Scholar
  3. Barthes, Roland (1964): Mythen des Alltags. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  4. Bührmann, Andrea D. (2015): Gender – a central dimension of diversity. In: Steven Vertovec (Hrsg.): The Routledge International Handbook of Diversity Studies. London, New York: Routledge, S. 23–32.Google Scholar
  5. Butler, Judith (1991): Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  6. Butler, Judith (2009): Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen. Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  7. Gehlen, Arnold [1952] (1983): Über die Geburt der aus der Entfremdung. In: ders.: Gesamtausgabe. Philosophische Anthropologie und Handlungslehre, Bd. 4. Frankfurt a. M.: Klostermann.Google Scholar
  8. Habermas, Jürgen (1988): Der Horizont der Moderne verschiebt sich. In: ders.: Nachmetaphysisches Denken. Philosophische Aufsätze. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S.11–34.Google Scholar
  9. Holmes, Stephen (1995): Die Anatomie des Antiliberalismus. Hamburg: Rotbuch.Google Scholar
  10. Lévi-Strauss, Claude (1980): Mythos und Bedeutung – Vorträge. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  11. Plummer, Deborah L. (2003): Handbook of Diversity Management. Beyond Awareness to Competency. Lanham: University Press of America.Google Scholar
  12. Rousseau, Jean-Jacques (2003): Träumereien eines einsamen Spaziergängers. Stuttgart: Reclam.Google Scholar
  13. Sartre, Jean-Paul (1993): Das Sein und das Nichts. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  14. Sloterdijk, Peter (2011): Streß und Freiheit. Berlin: Suhrkamp.Google Scholar
  15. Strauß, Botho (2000): Paare, Passanten. München: Hanser.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für politische Theorie und IdeengeschichteGeorg-August-Universität GöttingenGöttingenDeutschland

Personalised recommendations