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Der Kaufmann von der Patristik zum honnête homme bei Savary

  • Christoph Strosetzki
Chapter
Part of the Wirtschaftsethik in der globalisierten Welt book series (WGW)

Zusammenfassung

Zunächst werden die Ursprünge des negativen Bildes vom Kaufmann in der Antike und im Mittelalter dargestellt. Dann soll nach möglichen Gründen für den Wechsel dieses Bildes ins Positive gesucht werden, bevor schließlich Texte aus dem französischen 17. Jahrhundert das Lob des Kaufmanns und seiner Tätigkeit exemplifizieren sollen. Dabei zeigt sich, dass Savary Nützlichkeit des Handels unterstreicht, indem er auf die Notwendigkeit der Umverteilung der ungleich verbreiteten Güter hinweist. Zudem befürwortet er, dass der Handel Lebensfreude schafft und Überfluss verhindert, der zu schädlichem Müßiggang führen könnte. Überdies fördere Handel die Freundschaft und bringe dem König Informationen über fremde Länder. Savarys parfait négociant wird als Unternehmerpersönlichkeit zunächst durch sein Wissen, z. B. die Kenntnisse über Orte und Herstellungsweisen, charakterisiert, bevor unabdingbare Charaktereigenschaften wie Vorsicht, Umsicht, Disziplin und Ordnung in der Buchhaltung postuliert werden. Hinzukommen sollen aber auch Freundlichkeit und Höflichkeit, die ihn zum honnête homme machen. Dieser ist im 17. Jahrhundert in Frankreich Denn dieser ist im 17. Jahrhundert in Frankreich gerade nicht wie der homme honnête durch die Ehrlichkeit, die honnêteté, sondern durch perfekte Umgangsformen und Geschick in der geschäftlichen wie in der geselligen Unterredung gekennzeichnet.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Romanisches SeminarUniversität MünsterMünsterDeutschland

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