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Unternehmensethik und Personalarbeit

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Zusammenfassung

Der Beitrag arbeitet die zentrale Bedeutung der Ethik für die professionelle Personalarbeit und für die allgemeine Führung von Mitarbeitenden heraus. Die konkreten Fragestellungen werden unter Bezug auf einschlägige Wertegerüste (Codes of Conduct) diskutiert, insbesondere das „Wertegerüst für Funktionsträger des Personalmanagements“ der DGFP (Der DGFP Arbeitskreis „Code of Conduct“ hat in 2004–2005 in zahlreichen Diskussionen und mit Hilfe einer Befragung von Personalmanagern ein Angebot für ein derartiges Wertegerüst entwickelt, auf das in diesem Beitrag stark Bezug genommen wird. Mitwirkende an dieser Diskussion waren: Dr. Sascha Armutat, DGFP e. V., Prof. Dr. Gerhard Blickle, Universität Bonn, Dr. Hans Böhm, DGFP e. V., Christiane Geighardt, DGFP e. V., Prof. Dr. Albert Löhr, TU Dresden/IHI Zittau und Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik, Rainer Schmidt-Rudloff, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Prof. Dr. Artur Wollert, Gemeinnützige Hertie-Stiftung und Ex-DGFP-Geschäftsführer. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Personalführung e. V. (Hrsg.), Wertegerüst für Funktionsträger des Personalmanagements – ein Diskussionsbeitrag. Praxispapier, DGFP, Düsseldorf, 2005). Da bei Personalarbeit und Führung immer der Mensch im Mittelpunkt des Handelns steht, ist die Frage nach den herrschenden Regeln (Normen und Werten) des Umgangs miteinander konstitutiv für alle Personal- und Führungsaufgaben. Ein bestimmtes Wertegerüst – eine persönliche Moralvorstellung – hat dabei jeder Entscheidungsträger in der Personalarbeit, jede Führungskraft, dies lässt sich gar nicht vermeiden. Diese faktisch herrschenden Moralen stehen in einer sich dynamisch und für viele grundlegend verändernden Arbeits- und Lebenswelt unter ständigem Anpassungs- und Legitimationsdruck. Die Frage dabei ist, ob und wie sich eine nicht nur beliebige, sondern vertretbare moralische Orientierung – das Wertegerüst der personalverantwortlichen Person bzw. der Führungskraft – methodisch begründen lässt. Hier will die moderne Ethik Orientierungen für gerechtfertigte, d. h. allgemein anerkennungsfähige Begründungsansätze liefern. Verschiedene Vorschläge für ein fundiertes Wertegerüst, die für den speziellen Orientierungsbedarf in der Personalarbeit entwickelt wurden, werden kurz vorgestellt und auf praktische Konsequenzen geprüft. Im Zentrum aller Bemühungen sollte aus Sicht der modernen Ethik das Leitbild eines offenen Diskurses (Dialogs) mit den Betroffenen stehen. Dies schlägt sich dann konkret in den Überlegungen zur Ausgestaltung bestimmter Personalfunktionen nieder. Damit soll Unternehmensleitungen, Führungskräften und institutionellen Personalmanagern als Funktionsträgern der betrieblichen Personalarbeit sowie allen Studierenden des Feldes Personal eine Orientierung für die meist schwierigen und konflikthaltigen Ethikthemen im Personalbereich geboten werden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.BambergDeutschland

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