Plot Points: die entscheidenden Wendepunkte

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Zusammenfassung

Ausgehend von der aristotelischen Drama- und der modernen Filmtheorie wird ein Blick auf die entscheidenden Wendepunkte in einer Story geworfen. Diese sogenannten „Plot Points“ lassen sich auch in den Lösungsgeschichten von Patienten wiederfinden und therapeutisch nutzen. Die entscheidenden beiden Plot Points strukturieren den Lösungsprozess in 3 Akte, wobei sich im 2. Akt die Komplikationen in einem Maß steigern, dass kurz vor dem 2. Plot Point die Lage völlig aussichtslos erscheint – in Wirklichkeit die Lösung aber unmittelbar bevorsteht. Es wird beschrieben, wie an diesem Punkt „Unwissen wieder zu Wissen“ wird und warum es überhaupt zu der vorausgehenden Eskalation gekommen ist. Der wesentliche Grund ist ein blinder Fleck des Patienten, der ihn die Natur des Problems nicht erkennen lässt, weil er es mit einem früheren verwechselt. Er scheitert, weil er fälschlicherweise die Struktur des alten Problems auf das neue „überträgt“. Interessanterweise beschreibt bereits Aristoteles dieses psychoanalytische Konzept der Übertragung mit seinem Begriff der Hamartia und nimmt in seiner Drama-Theorie auch die Theorie der Plot Points vorweg.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

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