Vom Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen

Chapter

Zusammenfassung

Aus dem neunten Gesang meiner Odyssee werde ich Euch erzählen, was Odysseus den Phäaken über sich selbst und seine Irrfahrt, seine Kämpfe und Erlebnisse berichtet – und wie er sie damit fesselt. Zehn Jahre lang irrte er geplagt und verfolgt über das Meer. Seine Irrfahrt begann mit einem Überfall auf das Volk der Kikonen an der Küste Thrakiens. Schwere Seestürme trieben danach die Flotte weit weg von den Küsten Griechenlands. Zuerst erreichten sie das Land der Lotophagen, wo ausgesandte Gefährten die Blüten und Früchte einer betäubenden Pflanze aßen und in einen Zustand der Gleichgültigkeit gerieten. Nachdem sie der Betäubungsgefahr schließlich entfliehen konnten, landeten sie im Land der wilden Kyklopen, wo Odysseus mit zwölf Kameraden das Land erkundete. Eingeschlossen in der Höhle des Kyklopen Polyphemos waren sie ihm ausgeliefert; einen nach dem anderen begann er, die Kameraden zu verschlingen. Mit List konnten Odysseus und seine Gefährten den Kyklopen blenden und ihm so entfliehen. Nach Gelingen der Flucht verriet Odysseus prahlend seine wahre Identität, die er vorher mit einer List verschleiert hatte. Damit konnte der Kyklop seinen Vater Poseidon bitten, Odysseus zu verfolgen und dessen Kameraden zu vernichten.

Und die uns begleitende Seele wird dabei geflügelte Worte von immerwährender Gültigkeit singen, wie etwa über die Tatsache, dass das Nicht-Wahrnehmen von Unglück kein Glück ist, über das Ablegen von Kultur und Zivilisation, das keine Befreiung darstellt, über die Macht der Neugier, die fatal sein kann. Über die Vorteile des Sich-klein-machen-könnens sowie den Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, und schließlich über den Fall, der der Hybris folgt. Wie auch über manches andere.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

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