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Der schnelle Wechsel von Anerkennung und Verachtung

  • Andreas Marneros
Chapter

Zusammenfassung

Aus dem achtzehnten Gesang meiner Odyssee werde ich Euch erzählen, wie der Bettler Iros den in der Gestalt eines Bettlers auftretenden Odysseus als Konkurrenz erlebt und ihn, angefeuert von den Freiern, zum Zweikampf herausfordert. Odysseus gewinnt den Kampf leicht und dadurch nicht nur den von den Freiern ausgesetzten Preis, sondern auch ihre Anerkennung. Einer der Freier, Amphinomos, behandelt Odysseus anständig; zum Dank gibt Odysseus ihm die Empfehlung, den Palast zu verlassen. Amphinomos bleibt, ohne zu wissen, dass das Athenas Wille ist – sie will, dass alle Freier bestraft werden. Die Göttin gibt Penelope die Eingebung, selbst zu den Freiern zu sprechen, diese für ihr Benehmen dem Fremden gegenüber zu tadeln und ein ordentliches Werben mit Brautgeschenken und allem, was dazu gehört, zu verlangen. Athena bezweckt mit dieser Eingebung, der die Königin folgt, die Aufwertung von Penelopes Autorität und Ansehen, nicht nur bei den Freiern, sondern auch bei Ehemann und Sohn. Odysseus übernachtet in seiner Gestalt als Bettler im Palast, was zu Auseinandersetzungen mit den Dienerinnen führt. Der durch den Sieg über Iros gewonnene Respekt hält nicht lange an, weil die Freier bald zu ihrem arroganten und menschenverachtenden Verhalten zurückkehren.

Und die uns begleitende Seele wird dabei geflügelte Worte von immerwährender Gültigkeit singen, wie etwa über das gegenseitige Bekämpfen von Verlierern und Benachteiligten zur Freude der Mächtigen, über das Erkämpfen von Anerkennung und Respekt, über das Gerechte, das Gute, das Tugendhafte, die aber auch die Mittel zu ihrer Durchsetzung benötigen – und über manches mehr.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

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