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Des großen Dulders bedachtes Erdulden

  • Andreas Marneros
Chapter

Zusammenfassung

Aus dem siebzehnten Gesang meiner Odyssee werde ich Euch erzählen, wie sich Odysseus in Begleitung von Eumaios zum Palast aufmacht. Dort ist Telemachos schon angekommen und berichtet seiner Mutter über die Reise. Der aus Pylos mitgebrachte Prophet Theoklymenos versichert Penelope, dass ihr Mann sehr bald zurückkehren und die Freier hart bestrafen wird. Die Königin hofft zwar, dass der Prophet recht hat, ist allerdings skeptisch. Auf dem Weg in die Stadt wird Odysseus von einem Ziegenhirten, einem Anhänger der Freier, beschimpft und körperlich angegriffen. Alles dies erträgt er mit äußerlichem Gleichmut und hoher innerer Beherrschung. Vor dem Palast erkennt Odysseus seinen alten Hund Argos; als dieser die Stimme seines Herrn vernimmt, stirbt er glücklich. Im Palast begegnet Odysseus in Gestalt des Bettlers zum ersten Mal den Freiern, die ihn mit großer Arroganz behandeln und beleidigen. Der Anführer der Freier, Antinoos, treibt es am schlimmsten, was bei Telemachos große Wut erzeugt, die er aber beherrschen kann. Als Penelope von dem fremden Bettler erfährt, bittet sie den Hirten Eumaios, ihn zu ihr zu führen. Odysseus lässt sie jedoch bitten, sich zu gedulden, bis die Freier nach dem Abendgelage den Palast verlassen haben. Und die uns begleitende Seele wird dabei geflügelte Worte von immerwährender Gültigkeit singen, wie etwa über das Erdulden von Demütigungen und Schmerz als Waffe, über die stille Verbundenheit als Brutstätte der Emotionen, von der Erfüllung einer Sehnsucht als Erfüllung des Lebens selbst – und von manchem anderen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

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