„Ostheim ist einfach, cok güzel ya. Manche sagen Ostheim ist asozial oder so, aber das ist alles Blöff“

Subjektive Sichtweisen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf marginalisierte Quartiere in Köln
  • Markus Ottersbach
  • Sabine Roeber
  • Lisa Rosen
  • Sultan Schulz
  • Miriam Yildiz
Chapter

Zusammenfassung

„Die Reichen wohnen, wo sie wollen, die Armen dort, wo sie müssen“ (Häußermann 2007, S. 237; zit. n. Baur 2013, S. 22) – mit dieser Aussage wird angedeutet, dass Prozesse der Wohnsegregation in städtischen Strukturen als Ausdruck sozialer Ungleichheiten und umgekehrt verstanden werden können. Bemerkenswert ist jedoch, dass die soziale Segregation der Mittel- und Oberschicht allenfalls mit Blick auf eine starke sicherheitsbetonte Abgrenzung kritisiert wird, während die Verarmung von städtischen Quartieren mit Begriffen wie ‚Ghetto‘ oder auch ‚soziale Brennpunkte‘, ‚No-Go-Areas‘ und ‚demokratiefreie Zonen‘ gelabelt wird (vgl. ebd.). Besonders deutlich tritt die ethnisierende Färbung solcher Diskurse hervor, wenn die Marginalisierung mit dem sogenannten Migrationshintergrund der Bewohner_innen in Verbindung gebracht und ursächlich damit erklärt wird (vgl. Bürkner 2011, S. 17).

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  • Markus Ottersbach
    • 1
  • Sabine Roeber
    • 2
  • Lisa Rosen
    • 3
  • Sultan Schulz
    • 1
  • Miriam Yildiz
    • 1
  1. 1.KölnDeutschland
  2. 2.DresdenDeutschland
  3. 3.OsnabrückDeutschland

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