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Wer wählt wen und warum? Theorien der Wahlentscheidung

  • Angelika Vetter
  • Uwe Remer-Bollow
Chapter
Part of the Grundwissen Politik book series (GPOL)

Zusammenfassung

Zur Erklärung des Wahlverhaltens stehen der empirischen Wahlforschung unterschiedliche Theorien zur Verfügung, die ihre Schwerpunkte jeweils auf unterschiedliche Sachverhalte legen. Die soziologischen Theorien rücken dabei die soziale Einbettung in den Fokus. Dabei unterscheiden wir einen mikrosoziologischen Ansatz, die nach der spezifischen sozialen Lage fragt. Die soziale Lage bestimmt demnach, welche Partei gewählt wird. Abweichungen vom theoretischen Modell (Nichtwahl, Wechselwahl), werden durch die Wirkung von sogenannten Cross-Pressures erklärt. Keine Erklärung liefert der mikrosoziologische Ansatz dagegen, warum welche Gruppen zu einer bestimmten Partei tendieren. Eine Erklärung für diesen Sachverhalt bietet der makrosoziologische Ansatz. Dabei geht der Ansatz von historisch gesamtgesellschaftlich dominanten Konfliktlinien aus, die sich als politisierte Sozialstruktur in Parteien manifestieren und das Parteiensystem bis heute prägen. Neben den soziologischen Ansätzen wird auch das sozialpsychologische Modell des Wählerverhaltens vorgestellt, dass Parteiidentifikation, Orientierung an politischen Sachfragen sowie die Kandidatenorientierung in den Vordergrund rückt. Zuletzt wird mit dem ökonomischen Ansatz der Wahlforschung das Wahlverhalten als Folge rationaler Nutzenüberlegungen erklärt. Wähler wählen diejenige Partei, die auf Basis einer Kosten-Nutzen-Rechnung den größten Ertrag bietet.

Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SozialwissenschaftenUniversität StuttgartStuttgartDeutschland

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